Chance durch Qualität. Organisator Erich Kasses hob Kreativität und Mut zum Ja-Sagen als Erfolgsfaktoren für kleine Betriebe hervor.

Von Michael Schwab. Erstellt am 20. September 2016 (10:48)

Mit einer feierlichen Eröffnung startete am vergangenen Donnerstag zum 14. Mal das Genussfestival.

Drei Tage lang wurden regionale Lebensmittel in den Mittelpunkt gerückt. Ins Leben gerufen wurde dieses Fest vor 14 Jahren von Bäckermeister Erich Kasses aus Thaya.
„Mein Liebkind ist die Bäckerei. Es tut weh zu sehen, wie jeden Tag eine weitere zusperrt. Die Diskonter setzen uns über den Preis einem immensen Druck aus“, erklärte Kasses bei der Begrüßung.

Steuerliche Hindernisse für Klein- und Mittelbetriebe

Die steuerlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe seien ein weiteres Hindernis. „Ich habe eine Million Euro investiert und muss diese Summe auf 40 Jahre abschreiben. Da liege ich längst in der Kiste!“, meinte Kasses.
Trotzdem ist der Bäckermeister nach wie vor voller Elan bei der Sache. Der Lieferauftrag in den Kreml (die NÖN berichtete) zeigte ihm, auf dem richtigen Weg zu sein. „Wir Kleinen haben eine Chance, wenn wir kreativ sind und die Wünsche unserer Kunden erfüllen, und auch den Mut zum Ja-Sagen haben“, hob Kasses hervor.

Wirtschafts-Stadtrat Thomas Lebersorger pflichtete Kasses bei. Wer seine Nische finde, könne auch als kleiner Betrieb bestehen. „Aber kein Kleiner kann überleben, wenn niemand bei ihm einkauft. Es nützt nichts zu jammern, dass der Greißler stirbt, wenn man nicht bei ihm kauft“, appellierte Lebersorger an die Gäste, bewusst einzukaufen.

Eckpfeiler der Waidhofner Veranstaltungslandschaft

Vizebürgermeister Gottfried Waldhäusl bezeichnete das Genussfestival als einen Eckpfeiler der Waidhofner Veranstaltungslandschaft. „Dieses Fest dient dazu, zu zeigen, welche Stärken unsere Betriebe und ihre Handwerker haben“, betonte Waldhäusl.

Landesrätin Petra Bohuslav, die ebenfalls zur Eröffnung gekommen war, lobte den Einsatz von Kasses. „Er ist einer, der zeigt, wie es gehen kann, mit guten Produkten und dem Ausnutzen wichtiger Kontakte“, hob Bohuslav hervor. Wie schon in den Vorjahren, soll auch heuer wieder der Reinerlös des Genussfestivals dem Kolpinghaus und der Musikschule zugute kommen.