Ärger über vollen Bus. Windigsteigerin schäumt, nachdem Freundinnen trotz Ticket keinen Sitzplatz hatten. Der VOR bedauert den Vorfall und verweist auf erhöhte Frequenz wegen Festival.

Von Karin Pollak. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:21)
Bus Busfahrer Symbolbild
Ärger bei Reise: Eine Windigsteigerin übt Kritik an vollem VOR-Bus.
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Erstmals setzte die Windigsteigerin Hildegard Siess bei einer Fahrt von Göpfritz an der Wild nach Wien auf einen VOR-Bus und nicht auf die ÖBB – diese Premiere war alles andere als befriedigend. Ihre beiden Gäste, für die sie im Vorfeld ein Busticket im Internet gelöst hatte, mussten im übervollen Bus stehen, bzw. sich einen Klappsessel teilen.

„Warum vergibt VOR mehr Tickets als im Bus Plätze vorhanden sind? Darf das überhaupt sein?“ – mit diesen Fragen wandte sich die pensionierte Ministerialrätin Hildegard Siess an die NÖN. An diesem Tag hat sie zwei junge Japanerinnen, die bei ihr zu Gast waren, zum Bus nach Göpfritz gebracht. Die Tickets für die Buslinie 175 – der Bus fährt laut Fahrplan um 17.18 Uhr in Göpfritz ab – hat die Windigsteigerin ein paar Tage vorher im Internet reserviert und auch bezahlt.

Böse Überraschung: Keine Sitzplätze mehr im Bus. An der Bushaltestelle kam dann das böses Erwachen: „Es haben um die zwölf Personen auf diesen Bus gewartet, der mit ein paar Minuten Verspätung eingetroffen ist. Der Fahrer ist ausgestiegen und hat nett und freundlich gemeint, dass es im Doppeldecker-Bus keine Sitzplätze mehr geben würde. Das hat mich schon geärgert“, berichtet Hildegard Siess.

Japanerinnen mussten sich Klappsessel teilen. Den beiden Japanerinnen, die nach Wien mussten, blieb nichts anderes übrig, als in den übervollen Bus zu steigen. Sie teilten sich einen Klappsessel, der sich im für Kinderwägen vorgesehenen Busbereich befindet. „Ich habe dieses Mal bewusst den VOR-Bus ausgewählt. Denn auf der Franz-Josefs-Bahn gibt es ja derzeit eine Baustelle und deshalb ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Diesen wollte ich den beiden Mädchen ersparen. Wenn ich gewusst hätte, dass sie im Bus zwei Stunden bis nach Wien stehen müssen, dann hätte ich Zugkarten für sie besorgt.“ Siess wünscht sich zumindest eine Entschuldigung und auch eine Refundierung der Buskarten.

Reservierungen nicht möglich. Die NÖN konfrontierte den VOR mit den Vorwürfen, der unverzüglich mit dem Lenker Kontakt aufnahm: „Nach dessen Auskunft waren in Göpfritz sämtliche Sitzplätze besetzt, drei Personen hatten Stehplätze eingenommen. Die hohe Auslastung ergab sich durch die Abreise vom Schrammelklang-Festival in Litschau. Der Lenker informierte die wartenden Fahrgäste und bot weitere verfügbare Stehplätze an, was Siess allerdings ablehnte. Bereits ab Horn - nach einer Fahrzeit von 20 Minuten – wären wieder Sitzplätze verfügbar gewesen“, betont VOR-Sprecher Werner Molik.

Weiters verweist Molik darauf, dass im öffentlichen Linienverkehr grundsätzlich keine Reservierung vorgenommen werden können. „Eventuell hatte die Kundin aufgrund des im Vorverkauf erworbenen Tickets eine andere Erwartungshaltung. Der Betreiber hat jedenfalls angegeben, dass auch keine entsprechende Anfrage eingegangen ist. Ebenfalls gibt es im öffentlichen Personenverkehr keine Beförderungsgarantie.“

Die Fahrzeuge seien auf eine bestimmte Anzahl von Sitz- und Stehplätzen zugelassen, sind diese ausgelastet, dürfen aus Sicherheitsgründen keine weiteren Fahrgäste zusteigen. „Der VOR gestaltet das Leistungsangebot grundsätzlich bedarfsgerecht, allerdings kann es durch besondere Ereignisse wie Großveranstaltungen oder unvorhergesehene Situationen zu hohen Auslastungen kommen. Der VOR bedauert die unangenehme Situation und wird selbstverständlich die Kosten für das nicht benutzte Ticket zurückerstatten“, sagt Molik.

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