Firma Hirth übernimmt Otec GmbH. Pulverbeschichter mit fünf Mitarbeitern wird besser ausgelastet, Hirth kann Beschichtung selbst erledigen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:34)
Hirth-Geschäftsführer Marcus Müller, Otec-Geschäftsführer Gerald Reiter und Hirth-Vertriebsleiter Jürgen Koppensteiner sehen eine klare Win-Win-Situation durch die Übernahme.
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Die Hirth Fensterbänke GmbH aus Groß Siegharts übernimmt mit 1. Februar die Pulverbeschichtungsfirma Otec Oberflächentechnik GmbH in Brunn an der Wild.

„Wir übernehmen die Pulverbeschichtungsanlagen und alle fünf Mitarbeiter. Für uns ergibt sich daraus ein guter Synergieeffekt, da wir bei unseren Alu-Fensterbänken großen Bedarf an Pulverbeschichtungen haben“, erklärt Geschäftsführer Marcus Müller.

Bisher schickte die Firma Hirth ihre Fensterbänke nach Oberösterreich zur Pulverbeschichtung. „Wir haben täglich Ware an- und abgeliefert. Da wir durch die Übernahme der Firma Otec die Pulverbeschichtung nun selber erledigen können, ergeben sich für unsere Kunden Vorteile durch eine schnellere und flexiblere Lieferung“, führt Vertriebsleiter Jürgen Koppensteiner die Vorteile der Übernahme an.

„Aufgrund der Nähe passt die Firma Otec sehr gut zu uns. Deswegen haben wir das Angebot angenommen.“Vertriebsleiter Jürgen Koppensteiner über die Übernahme

Nicht zuletzt würden so auch unnötig lange Transportwege vermieden und der CO -Ausstoß der Firma verringert. Gleichzeitig wird die Auslastung der Anlagen bei Otec erhöht, denn neben der Beschichtung der eigenen Fensterbänke wird Hirth auch die bestehenden Otec-Kunden übernehmen. „Bisher wurde dort zweimal pro Woche produziert, nun kann die Auslastung auf vier Tage pro Woche verdoppelt werden“, rechnet Koppensteiner vor.

Auch der bisherige Eigentümer Gerald Reiter sieht Vorteile für die Firma Otec: „Durch die Übernahme ergibt sich eine Win-Win-Situation, von der beide Firmen profitieren.“

„Aufgrund der Nähe und Auslastung passt die Firma Otec sehr gut zu uns“, erläutert Koppensteiner, weshalb man sich in Groß Siegharts dazu entschied, das Angebot anzunehmen. Die Firmenphilosophie sei stets, möglichst viel selber im Haus zu erledigen: „Nur so können wir schnelle und flexible Lieferzeiten anbieten“, ist Geschäftsführer Marcus Müller überzeugt. Das Thema Pulverbeschichtung sei in den vergangenen Jahren immer wieder aufgetaucht, und nun habe sich eine gute Gelegenheit geboten, diesen Arbeitsschritt in den Betrieb zu intergrieren.

Auch am Standort in Groß Siegharts wird heuer noch investiert. Um rund 200.000 Euro wird für die Blechbearbeitung eine neue Abkant-Anlage angeschafft, die „Industrie 4.0“-Anforderungen erfüllt. „Es geht hier beispielsweise darum, dass man schon im Büro am Computer dem Kunden sagen kann, ob die Maschine sein Projekt so umsetzen kann, oder ob Änderungen erforderlich sind“, sagt Müller.

Vertriebsgebiet in Deutschland wächst

Außerdem steht eine Erweiterung des Vertriebsgebiets in Deutschland auf dem Plan. Derzeit erwirtschaftet Hirth acht Prozent des Gesamtumsatzes von rund 13 Millionen Euro in Deutschland, etwa eine Million Euro. „Das wollen wir auf zwei Millionen Euro steigern“, kündigt Müller an. Es sei wichtig, stets am Ball und immer einen Schritt voraus zu sein, um nicht zu riskieren, durch einen Investitionsstau ins Hintetreffen zu geraten. Deswegen wird laufend in die Modernisierung der Anlagen investiert.

Was die Übernahme der Firma Otec die Groß Sieghartser Firma genau kostete, will Müller nicht sagen. Derzeit beschäftigt Hirth 55 Mitarbeiter in Groß Siegharts, weitere knapp 20 in der Niederlassung in Wien (helopal+hirth GmbH), und nun zusätzlich die fünf Otec-Mitarbeiter in Brunn an der Wild, womit Hirth seinen Wachstumskurs mit Maß und Ziel konsequent fortsetzt, ist man in Groß Siegharts überzeugt.