Fahrzeug der Superlative für Feuerwehr. FF Groß Siegharts-Stadt nahm ihr äußerst vielseitiges Hilfeleistungsfahrzeug mit Allradantrieb feierlich in Betrieb.

Von Hannes Ramharter. Erstellt am 20. September 2016 (07:55)

Festtag für die Feuerwehr Groß Siegharts-Stadt: Am Sonntag wurde das neue HLFA (Hilfeleistungsfahrzeug mit Allrad) in Betrieb genommen - das erste dieser Art im Bezirk Waidhofen.

Nach einem Gottesdienst, den Feuerwehrkurat Stadtpfarrer Josef Pichler zelebrierte, begrüßte Kommandant Christian Reegen die Gäste. Reegen dankte der Stadtgemeinde für die Umsetzung dieses Ankaufs, immerhin kostet das neue Auto 375.000 Euro, dafür gab es eine Landesförderung von 80.000 Euro, 100.000 steuerte die Feuerwehr bei und 195.000 Euro die Gemeinde. Das Fahrzeug ist sowohl für Brand- als auch für technische Einsätze geeignet, hat einen 4.000-Liter-Wassertank, eine Seilwinde und eine komplette Notstromversorgung.

„Wir sind, obwohl Sanierungsgemeinde, im Spitzenfeld bei den Investitionen für die Feuerwehr. Vor zwei Jahren wurde das neue Feuerwehrhaus in Groß Siegharts fertig, im Vorjahr wurde ein HLF 2 für die FF Waldreichs angekauft und auch in Ellends werden wir einen Weg finden, um die Feuerwehr am Leben zu erhalten“, zog Bürgermeister Gerald Matzinger Bilanz. Er dankte auch dem Landesfeuerwehrkommandanten, dass es geschafft wurde, dass die Feuerwehren weiterhin drei volle Tage Geld mit Festen verdienen können, denn alleine würden die Gemeinden die notwendigen Ausgaben nicht bewältigen können.

„Dazu muss auch die Politik hinter uns stehen, wenn wir uns schon selbst die Auto-Kraxn kaufen!“

Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner

Frieder Hoffmann vom Feuerwehrverband Dresden erinnerte daran, dass vor zehn Jahren erstmals eine Delegation aus Groß Siegharts bei einer Fahnensegnung in Dresden gewesen sei. „Die Bevölkerung in Österreich steht so hinter den Feuerwehren, wie wir es uns in Deutschland wünschen würden“, stellte er fest.

Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner bezeichnete das neue Auto als „Fahrzeug der Superlative, mit dem man fast alle Einsätze bewältigen kann.“ Aber in Österreich würden auch die Feuerwehren aktiv daran arbeiten, dass solche Fahrzeuge für die Sicherheit der Bevölkerung finanziert werden können.

„Dazu muss auch die Politik hinter uns stehen, wenn wir uns schon selbst die Auto-Kraxn kaufen“, meinte Fahrafellner und verwies darauf, dass es ihm gelungen sei, die 72-Stunden-Regel für die Feuerwehren für Veranstaltungen durchzusetzen. Der Landeskommandant brachte auch eine weitere kritische Bemerkung an: „Die Hepatitis-Impfung kostet für die Feuerwehrmitglieder noch immer Geld, weil wir zu viele sind. Für eine Flugshow hat man ein paar Millionen über, für die Impfungen leider nicht!“

„Segnungen besser als Übergabefeste!“

„Bei uns gibt es noch Autosegnungen, keine Übergabefeste“, freute sich Bundesratsabgeordneter Eduard Köck in Vertretung des Landeshauptmanns. Köck entgegnete auch oft vorgebrachter Kritik, dass zu viel Geld für die Feuerwehren ausgegeben werde: „Wenn es eine Zeit lang keine großen Katastrophen gibt, werden die Ausgaben kritisiert. Wenn dann Bedrohungen kommen, dann wird ganz anders gedacht“, stellte er klar, nicht ohne auf das neue Auto auch humorvoll einzugehen: „Es kostet mehr als ein Einfamilienhaus, fährt aber schneller!“

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes und des Festaktes sorgte die Trachtenkapelle Engabrunn, dafür wird die Stadtkapelle Groß Siegharts demnächst auch dort auftreten.

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