Fotolaborclub: Durch das Objektiv betrachtet. „Wer fotografiert, hat mehr vom Leben“, ist das Motto von Mitglied Michaela Zlabinger. Ausstellungen derzeit schwierig.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 07. Mai 2021 (05:06)

Der Fotolaborclub Groß Siegharts war im letzten Jahr durch die Pandemie in seinen Aktivitäten sehr eingeschränkt. Im Vorjahr mussten Ausstellungen abgesagt werden, oder sie wurden zum Teil online gezeigt. Die Ausstellung zum Thema „Abstrakt“ wurde vom Herbst des Vorjahres auf heuriges Frühjahr verschoben und musste letztendlich wieder abgesagt werden. „Einzig der Fotomarathon und das jährlich Anfang September stattfindende Fotofestl konnten im Vorjahr abgehalten werden“, erklärt Obmann Gernot Blieberger.

Gernot Blieberger ist Obmann des Foto labor clubs Groß Siegharts.
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Für heuer ist am 11. Juni die Vernissage „Ausgedient – Spuren der Zeit“ von Andreas Biedermann und am 12. Juni der Fotomarathon vorgesehen. „Weiter haben wir noch nicht geplant, da alles noch sehr unsicher ist“, meint Blieberger. „Unsere monatlichen Treffen werden schon seit einiger Zeit über Videokonferenz abgehalten.“

Einige der neuen Mitglieder machen auch bei der Regionalmeisterschaft für Fotografen nördlich der Donau mit.

Blieberger: „Hab das Licht in der Früh ausnützen können. „Ich fotografiere gerade sehr viel“, erzählt Obmann Gernot Blieberger, der seit der Clubgründung dabei ist. „Hauptberuflich bin ich Lehrer an der HLW Horn, und durch die Lockdowns war ich zeitlich etwas flexibler. Das heißt, ich habe auch öfters in der Früh das Licht zum Fotografieren ausnützen können, bevor der Onlineunterricht begann“, schildert er. „Mein Hauptgenre ist Naturfotografie, und da war ich durch Corona nicht beeinträchtigt. Ich habe auch das Gewerbe angemeldet, und hier hat sich natürlich sehr wenig getan.“

Zlabinger: Im Digitalen fehlt „die Spannung“. Michaela Zlabinger ist ebenso seit der Gründung 1992 Mitglied des Clubs. Sie lebt nach dem Motto „Wer fotografiert, hat mehr vom Leben.“ „Es wird viel auf Fotos festgehalten, und man geht viel aufmerksamer durchs Leben, immer mit dem Blick auf ein Motiv“, erörtert sie. Sie fotografiert gerne Landschaften und Blumen, experimentiert auch mit Anordnungen von Objekten und mit Schwarz-Weiß-Fotografie. Die Fotos werden nicht am Computer bearbeitet.

Michaela Zlabinger ist seit der Gründung des Clubs dabei.
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Michaela Zlabinger hat den Wechsel von Analog- auf Digitalfotografie erlebt. „Damals sind wir noch ins Labor gegangen und haben den Film entwickelt. Die Digitalfotografie war dann sehr bequem, weil man in der Vorschau gleich erkennt, wie das Bild aussieht. Was aber wegfällt, ist die Spannung in der Zeit vom Abdrücken bis man endlich die fertigen Fotos in der Hand hat. Wenn man selbst entwickelt hat, war die Spannung, ob man auch richtig entwickelt und die Fotos was werden.“ Dadurch, dass Ausstellungen nicht stattfanden, konnte sie freier fotografieren und musste sich nicht nach einem Thema richten.

Hurts Hauptzugang zur Fotografie: die Dunkelkammer. Der pensionierte Hauptschullehrer Reinhard Hurt ist ebenfalls Mitglied seit der ersten Stunde. Sein Themenspektrum reicht von Landschaft, Reisen, Portraits bis hin zur Aktfotografie.

Reinhard Hurt liebt die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie.
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„Mich haben schon immer Schwarz-Weiß-Fotos mehr angesprochen als Farbfotos. Da war es ein Glücksfall, dass 1992 der Fotolaborclub von Hans Widlroither initiiert wurde. Durch die Grenzöffnung nach Tschechien sind wir an eine günstige Fotolaborausrüstung gekommen. Die Tschechen haben sehr gute Geräte hergestellt“, erinnert er sich. „So begann ich in der Dunkelkammer meine eigenen Schwarz-Weiß-Fotos zu machen, und das mache ich bis heute in unserem Labor im Keller des Stadtsaals. Mein Hauptzugang zur Fotografie ist die Dunkelkammer. Natürlich fotografiere ich auch digital, aber meine große Liebe gilt der Analogfotografie.“

Besonders fasziniert ihn auch die Straßenfotografie: „Da ist Kuba ein Paradies von den Farben her und von Licht und Schatten. Menschen zu fotografieren war in letzter Zeit kaum möglich. Ich habe deshalb mehr in der Umgebung von Groß Siegharts fotografiert, mit dem Hintergedanken, vielleicht einen Kalender zu produzieren.“

Die 17-jährige Elisa Plobner-Trisko ist seit 2017 beim Fotolaborclub.
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Plobner-Trisko: Das jüngste Mitglied im Club. Eines der jüngsten Mitglieder ist die 17-jährige HAK-Schülerin Elisa Plobner-Trisko. Sie mag nicht nur Rechnungswesen und Zahlen, sondern hat auch schon immer gerne mit dem Handy fotografiert. Seit Jänner 2017 ist sie Mitglied. „Ich nahm schon davor bei Fotomarathons des Clubs teil, und irgendwann hat mich der Fotolaborclub näher interessiert, und ich bin beigetreten, weil ich meine Bilder in Ausstellungen zeigen wollte.“

Ihre Lieblingsmotive sind Blumen und Tiere. Landschaft liegt ihr eher weniger. Zuletzt entdeckte sie die Freude an der Abstrakt-Fotografie, bzw. Dinge dafür zu arrangieren. „Mir gefällt beim Fotoclub, dass wir uns immer mit verschiedenen Themen beschäftigen und viel Neues ausprobieren.“ Seit sie beim Club ist, fotografiert sie auch mit einer Spiegelreflexkamera, die sie von ihrem Firmpaten zur Firmung bekommen hat. Die Handhabung der Kamera hat sie sich selbst beigebracht bzw. bekommt auch Unterstützung von den Clubmitgliedern. Sie hat im letzten Jahr weniger fotografiert als sonst.