Provisorium: Lösung für Krabbelstube. Christiane Mann und Nicole Lindtner werden ab Herbst die Kleinkinderbetreuung übernehmen. Dafür wird der „Sparkassensaal“ im Technologie- und Bildungszentrum genutzt.

Erstellt am 12. Juli 2017 (03:51)
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Freude über eine neue Lösung für die Kleinkinderbetreuung in Groß Siegharts. Im Bild: Bürgermeister Gerald Matzinger, Betreuerin Nicole Lindtner (Kinderbetreuerin), die Obfrau des Vereins „Waldviertler Zwutschgerl“ Christiane Mann und Stadtamtsdirektor Jochen Strnad (v. links).

Eine Lösung für die Kleinkinderbetreuung in der Stadtgemeinde Groß Siegharts zeichnet sich ab. Ab September werden Christiane Mann und Nicole Lindtner die Betreuung unter dem Namen „Waldviertler Zwutschgerl“ übernehmen, erklärt Bürgermeister Gerald Matzinger.

Nachdem die privat geführte „Krabbelstube Märchenland“ mit Ende Mai ihre Pforten schließen musste, gab es einige Anfragen zur Weiterführung der Betreuungseinrichtung auf dem Stadtamt. In der Folge langten drei Konzepte ein, die mit der Abteilung Kindergärten des Landes besprochen wurden. Der Bürgermeister lud dazu auch die Fraktionsobmänner von ÖVP und FPÖ ein.

Die vorhandenen Räume der Krabbelstube wurden besichtigt. Dabei kam man zum Schluss, dass sie für die neue Kleinkindereinrichtung nicht mehr ausreichen. Wegen der längeren Betreuungszeiten, die angeboten werden, braucht man zum Beispiel einen Ruheraum. Auch ein größerer Freibereich wäre für eine weitere Nutzung notwendig geworden.

„Diese Räumlichkeiten könnten nur genutzt werden, wenn die Musikschule Räume abgibt. Diese Möglichkeit schied aber aus, da die Musikschule erst vor kurzer Zeit wegen Platzmangel in der Volksschule in das Gebäude des ehemaligen Kindergartens ausweichen musste. Daher ist nun in diesem Haus die gesamte Musikschule etabliert und hat einen direkten Zugang zur Volksschule, was sich bis jetzt für die musikalische Förderung als sehr gut herausgestellt hat. Die Musikschule wird nun diesen einen weiteren Raum ebenfalls nutzen können. Somit konnte auch hier das enge Platzangebot erweitert werden“, meint Matzinger.

Als befristete Lösung bis Ende 2018 kam man auf das Technologie- und Bildungszentrum (TBZ) als Ausweichstation ab September. Dort wird der „Sparkassensaal“, der bisher als Veranstaltungssaal genutzt wurde, als Quartier herangezogen. Die Stadtgemeinde muss hierzu nur sehr geringe Adaptierungsarbeiten im WC-Bereich, im Betreuungsraum sowie im Frei- und Gartenbereich vornehmen.

Kindergarten-Ausbau wird angedacht

Derzeit sei die Nutzungsvereinbarung zwischen Stadtgemeinde und Betreiberin Mann das Thema. Die Stadt werde aber wie in der Vergangenheit die Räume zur Verfügung stellen und auch die entsprechende Förderung analog zur Landesförderung beisteuern, so Matzinger.

Als zukunftsorientierte Lösung für die Kleinkinderbetreuung wird eine Erweiterung des bestehenden Kindergartengebäudes angedacht, was sogar von der Abteilung Kindergärten des Landes erwünscht sei, weil man gemeinsame Synergien nutzen könnte. „Diese Möglichkeit wird in den nächsten Monaten in enger Abstimmung mit dem Land erörtert. Hinsichtlich der finanziellen Machbarkeit und Umsetzung soll es dann dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt werden“, sagt Matzinger.

Für ihn als Bürgermeister hatte nicht nur das Alleinstellungsmerkmal der Krabbelstube einen gewissen Reiz. Mit dieser Einrichtung konnten auch jene Kinder untergebracht werden, welche bereits Anspruch auf einen Kindergartenplatz hatten und die wegen Kapazitätsengpässen nicht sofort aufgenommen werden konnten, meint der Stadtchef.

Christiane Mann betont, dass sie auch den Stadträten Ullrich Achleitner und Michael Litschauer sehr dankbar ist: „Sie haben mir bei vielen zu klärenden Fragen geholfen, mir den Rücken gestärkt und mich dazu ermutigt, diesen Schritt zu tun.“