Stadtpfarrer Josef Pichler positiv auf Corona getestet. Die Corona-Fälle um die positiv getestete Lehrerin an der Volksschule Groß Siegharts weiten sich aus. Mittlerweile sind auch eine Religionslehrerin, drei Kinder und Stadtpfarrer Josef Pichler positiv auf Corona getestet worden.

Von Michael Schwab. Erstellt am 21. September 2020 (17:00)
Stadtpfarrer Josef Pichler wurde positiv auf Corona getestet. Symptome verspürt er keine.
privat

Die Religionslehrerin hatte sich in der 4. Klasse der Volksschule am 11. September angesteckt, und traf sich mit dem Pfarrer am Sonntagabend in der Pfarrkanzlei, um einen Elternbrief zu verfassen. „Dabei dürfte ich mich angesteckt haben“, erzählt Pichler.

Am Dienstag, 15. September, erhielt die Lehrerin ein positives Testergebnis, woraufhin Pichler aufgefordert wurde, sich zur Teststraße nach Zwettl zu begeben. „Am Samstag erhielt ich das positive Testergebnis. Ich bin jetzt bis einschließlich kommenden Sonntag in Quarantäne“, sagt Pichler. Gesundheitlich geht es ihm gut: „Ich habe keine Symptome.“

Heuer keine Erstkommunionen mehr

Leid tun ihm die 30 Erstkommunionskinder in Groß Siegharts und Dietmanns, die am 4 bzw. 11. Oktober ihre Erstkommunion gefeiert hätten. Mangels Vorbereitungszeit zwischen Quarantäne-Ende und dem Erstkommunionstermin wurden beide Erstkommunionen abgesagt. „Sie werden heuer auch nicht mehr stattfinden, das Risiko ist einfach zu groß“, stellt Pichler klar.

Folgen treffen an die 500 Leute

Auch drei Hochzeiten mussten abgesagt werden, mitunter unter Tränen, wie Pichler erzählt: „Insgesamt sind an die 500 Leute in der einen oder anderen Form betroffen. Das sollten sich all jene, die jetzt noch immer Partys feiern, vor Augen halten. Auch wenn die Symptome nur leicht sein mögen, können gleich sehr viele Menschen von den Folgen betroffen sein“, appelliert Pichler für mehr Rücksichtnahme.

Insgesamt gibt es im Bezirk Waidhofen derzeit 29 aktive Coronafälle, 200 Personen befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. Seit Beginn der Corona-Krise mussten über 900 Personen abgesondert werden.

Bezirkshauptmann Stöger mahnt zu mehr Vorsicht

„Aktuell verteilen sich die Infektionen über den gesamten Bezirk, es gibt nicht mehr den einzelnen, isolierten Cluster“, beschreibt Bezirkshauptmann Günter Stöger die Situation. Ein Teil der Ansteckungen sei noch auf den Zwettler Cluster zurückzuführen, einige Fälle seien auch durch Infektionen im Familienverband entstanden, genauso würden sich aber auch Leute außerhalb des Bezirks anstecken.

Die Kontaktnachverfolgung funktioniere noch gut: „Wir können die Vorgabe, positive Fälle zu isolieren und innerhalb von 24 Stunden ihre Kontakte nachzuverfolgen einhalten.“ Stöger appelliert an die Bevölkerung, wieder mehr Vorsicht walten zu lassen: „Das bedeutet Zurückhaltung bei Veranstaltungen, und sich so viel es geht im Freien aufzuhalten, wenn man mit anderen Menschen zusammenkommt.“