Test-Fuchs wittert Chance für Vorreiter-Position. Firma Test-Fuchs könnte mit neuer Technologie für Hybridantriebe als Vorreiter einsteigen. 10 Millionen Euro wären notwendig.

Von Michael Schwab. Erstellt am 28. Februar 2020 (05:26)

Die Elektrifizierung der Antriebe macht auch vor der Luftfahrt nicht Halt: Flugzeughersteller planen Flugzeuge mit Hybridantrieb auf den Markt zu bringen. Airbus will beispielsweise bis 2035 ein solches Flugzeug entwickeln. Für den Groß Sieghartser Luftfahrtbetrieb Test-Fuchs eine einmalige Chance, als Vorreiter in die neue Technologie einzusteigen.

„Hybridantrieb in der Luftfahrt bedeutet, dass das Flugzeug zwar mit einem konventionellen Antrieb startet, im Reiseflug aber elektrisch mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen angetrieben wird“, erklärte Geschäftsführer Volker Fuchs anlässlich eines Besuchs von Staatssekretär Magnus Brunner. Um den Wasserstoff in der erforderlichen Menge mitführen zu können, muss er verflüssigt bei -253°C im Flugzeug gelagert werden. Neben gut isolierten Tanks sind auch spezielle Ventile notwendig, die bei solchen tiefen Temperaturen arbeiten können.

„Wir sind seit 1988 im kryogenen Bereich tätig und haben unter anderem kryogene Ventile für die Ariane 5-Rakete entwickelt und fertigen jetzt Ventile für die Ariane 6 “, weist Fuchs auf das bereits im Betrieb vorhandene Know-How hin.

Nun gelte es, dieses Wissen auf einen neuen Anwendungsbereich hin anzuwenden – die Luftfahrt. Test-Fuchs hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Prüfgeräten für Hydraulik und Pneumatik in Luftfahrzeugen spezialisiert. Auch fliegende Komponenten wie z.B. die Kraftstoffpumpen des ÖAMTC-Hubschraubers werden von dem Groß Sieghartser Betrieb hergestellt.

Investitionen über zehn Millionen Euro nötig

Um auch für Hybridantriebe solche Testgeräte oder Komponenten fertigen zu können, sind massive Investitionen in Forschung und Entwicklung notwendig. „Allein in den kommenden fünf Jahren müssten wir über zehn Millionen Euro investieren“, erläutert Fuchs.

Momentan gäbe es am Markt in diesem Bereich noch wenig verfügbares Know-How, daher hätte Test-Fuchs die Chance, vorne am Markt dabei zu sein. Hier wäre eine zielgerichtete Unterstützung durch Innovationsförderungen hilfreich: „Das Problem ist, dass derzeit diese Förderungen nur auf die Personalkosten abzielen. Die machen aber in unserer Branche nur einen geringen Anteil aus. Was wir bräuchten, wären Unterstützungen für die Anschaffung der Anlagen“, stellt Fuchs klar.

Man müsse auch sehen, wie sich die Gespräche mit den Kunden entwickeln, ehe die Entscheidung zur Investition fällt.