Textilmuseum zeigt wieder, was war. Das Haus zeigt ab dem 13. Mai eine ganze Branche im Wandel der Jahrhunderte.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. Mai 2021 (03:06)
Im Textil museum (v.l.): Bürgermeister Ulrich Achleitner, Museumsführerin Maria Wiesinger und Obmann Hans Widlroither.
Franz
Irschik, Franz
Irschik

Das Lebende Textilmuseum öffnet am 13. Mai wieder seine Türen unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln (Abstand halten, Maske tragen, Hände desinfizieren). Der Gang durch die Geschichte nimmt um 1700 seinen Anfang – mit dem ersten urkundlichen Hinweis auf Banderzeugnis im größeren Maß in Groß Siegharts – und führt bis zum Ende der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Gezeigt wird unter anderem die Nachbildung eines der typischen, strohgedeckten Weberhäuser, wie sie in der Zeit des Grafen Johann Christoph Ferdinand von Mallenthein in Siegharts gebaut wurden. Man lernt die „Bandlträger“ kennen, welche die im Ort erzeugten Bänder in den Ländern der einstigen Donaumonarchie verkauften. Ihnen hat die Region den Namen „Bandlkramerlandl“ zu verdanken. Im Stiegenhaus befindet sich die Rekonstruktion einer Kesselanlage, einst „Herzstück“ der großen mechanischen Fabriken, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Siegharts entstanden.

Die Arbeitsgänge der Bandl erzeugung vom Rohmaterial bis zum Endprodukt wird anhand der zum Teil bis zu 100 Jahre alten, funktionstüchtigen, transmissionsbetriebenen Maschinen im ersten Stock gezeigt. Der Kreis dieses Rundgangs schließt sich mit dem nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzenden allgemeinen technologischen und wirtschaftlichen Aufschwung, der jedoch in großen Teilen der österreichischen Textillandschaft ab den 1970er-Jahren durch zunehmenden Konkurrenzdruck und Produktionsauslagerungen in das Ausland einen drastischen Niedergang fand. Nur einer überlebte in Groß Siegharts: Die Silberbauer Textiltechnik GmbH wirkte dem Trend mit weitblickendem Management entgegen.

Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag und Samstag von 14 bis 16 Uhr, Sonntag von 13 bis 17 Uhr und jederzeit nach Voranmeldung: 0664/1632811 und m.u.g.wiesinger@gmx.at