Iris Jirku schließt für ihre Familie zwei Blumenläden. Die Blumenhandlung Jirku wird ruhend gestellt, die Gärtnerei bleibt. Corona hat die hochschwangere Chefin an die Grenzen gebracht: Sie will mehr für ihre Kinder da sein.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 20. Juni 2020 (15:53)
Iris Jirku (l.) beim Tag der offenen Gärtnereien im Mai des Vorjahres.
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„Mama, nicht mehr arbeiten.“ Iris Jirku war in der ersten Zeit nach dem Corona-Lockdown mit diesen Worten ihres Kindes konfrontiert und für sie stand fest: Sie muss eine Entscheidung treffen. „Corona war arbeitsintensiv, das hat mich an die Grenzen gebracht“, erzählt die Geschäftsfrau, gerade hochschwanger. Sie legt deshalb ihre Blumenläden in Groß Siegharts und Waidhofen still.

Die Sieghartser Gärtnerei führt sie weiter: Dieser Betrieb besteht seit 90 Jahren in vierter Generation, Iris Jirku führt ihn seit 2009. Die Fachgeschäfte hat sie 2011 übernommen, „als Papa in Pension gegangen ist“.

Corona war eine Herausforderung: Jirkus Kind war von der Früh bis zum Abend bei Oma, Jirkus Mutter. Die Geschäftsfrau setzte sich abends oft mit ihrem Mann zusammen, um Gesetzestexte oder Änderungen zu studieren. „Wir wussten nicht, dürfen wir offen haben oder haben wir zu“, erinnert sie sich. „Du bist nur damit befasst gewesen.“

"Rein familiäre Entscheidung"

Ihr falle der Schritt schwer, aber Jirku betont: „Das ist eine rein familiäre Entscheidung. Ich möchte Zeit für meine Kinder haben.“ Sie selbst wolle Energie tanken. Es sei dennoch nicht auszuschließen, dass der Verkauf im Geschäft wieder zum Laufen gebracht werden. Der Waidhofner Laden gehört ihr; eingemietet hat sie sich in Siegharts, das wird zurückgelegt.

Jirku stellt klar, um Missverständnisse auszuräumen: „Kunden mit Daueraufträgen zum Beispiel für die Grabpflege werden weiter betreut.“ Die Hochzeitsfloristik und Trauerbinderei werde gegen Vorbestellung weitergeführt.