Lockdown im Bezirk Waidhofen: „Sehr kurzfristig“

Gerade in der umsatzstärksten Zeit muss der Handel erneut zusperren.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:14
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Ein leeres Einkaufszentrum passt nicht wirklich in die Vorweihnachtszeit. Seit Montag ist ganz Österreich wieder im Lockdown.
Foto: privat

Der neuerliche Lockdown ist abermals ein harter Schlag für die heimische Wirtschaft. Dem Handel allein wird auch heuer wieder ein großer Teil des Weihnachtsgeschäftes abgehen. Noch dazu kam die Meldung des Lockdowns am Freitag quasi über Nacht.

„Wir haben es schon ein bisschen geahnt und uns darauf eingestellt“, berichtet Expert Hörmann-Geschäftsführer Gregor Hörmann. „Ich sehe den Lockdown aber als richtigen Schritt. Wenn man mit den Zahlen anders nicht herunterkommt, ist es so auf lange Sicht sinnvoller.“ Kurz und schmerzlos erhofft er sich diesen Lockdown. Vor zwei oder drei Wochen wären die harten Maßnahmen seiner Meinung nach allerdings fast noch besser gewesen. „Das kann man aber natürlich aus jetziger Sicht leicht sagen. Im Nachhinein ist man immer gescheiter“, sagt Hörmann.

Ein paar der umsatzstärksten Wochen des Jahres fallen jetzt trotzdem voraussichtlich weg. „Das ist auf jeden Fall schade. Hoffentlich bleibt es jetzt bei den 20 Tagen. Ich habe schon befürchtet, dass wir bis Weihnachten zusperren dürfen.“

Das Geschäft bleibt natürlich auch im Lockdown in Betrieb, nur halt nicht für den persönlichen Kundenverkehr. „Wir sind weiterhin mit voll besetzter Mannschaft da und bieten Abholservice und Gratislieferungen an“, erklärt Hörmann.

Auch im Lagerhaus wird jetzt wieder auf das bewährte „Click & Collect“ umgestellt. Der normale Handel wird auf Waren des täglichen Bedarfs beschränkt. Nur das Agrargeschäft soll wie gewohnt weiterlaufen.

„Der Lockdown kam schon sehr kurzfristig, weshalb wir recht schnell alles umstellen mussten“, erzählt Lagerhaus-Geschäftsführer Wolfgang Gwiß. „Das war schon eine gewaltige Herausforderung und hat uns über das Wochenende einige schlaflose Nächte gekostet.“ Dem Lockdown steht er trotzdem grundsätzlich positiv gegenüber: „Wir werden auch das meistern und stehen zu den Maßnahmen. Anders wird es nicht gehen.“

Definitiv wird es dadurch heuer auch zum wiederholten Male keine Adventmärkte geben. Im Bezirk Waidhofen macht der Lockdown in dieser Hinsicht keinen großen Unterschied. Die Märkte wurden schon lange im Vorhinein allesamt abgesagt. Auch in Waidhofen ließ man Vorsicht walten und verkündete schon im September die Absage.

„Mit den damals geltenden Regelungen wäre die Organisation sowieso extrem schwierig gewesen. Für die Kontrollen hätten wir zu viel Personal gebraucht“, erklärt Markt-Organisator Alexander Hunger von „Pro Waidhofen“. Mit der Absage wollte man auch auf der sicheren Seite sein und keinen Corona-Cluster riskieren. Spätestens mit dem Lockdown hätte sich das Thema jetzt sowieso erledigt. Schwierig sei die Lage nur für die vielen Verkäufer an den Ständen, die zwei Jahre in Folge nichts anbieten können. Ein Stück Tradition macht Platz zum Wohle der Gesundheit.

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