Buchpräsentation: So rockte das Jahr 1971

Martin Schuster aus Heidenreichstein schrieb eine Hommage an die vielfältige Rockmusik Anfang der 70er.

Gerald Muthsam Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:00
440_0008_8203306_wai41wt_buchpra_sentation_martin_schust.jpg
Autor Martin Schuster mit Herbert Höpfl, der bei der Buchpräsentation als DJ im Einsatz war.
Foto: Gerald Muthsam

„Rock im Jahr 1971: Größer, lauter, aufregender“ – so heißt das soeben erschienene Buch von Martin Schuster. Der Musiker und ehemalige Lehrer aus Heidenreichstein arbeitete zwei Jahre an dem Stück Zeitgeschichte. Am Samstag las der Autor aus seinem Buch, spielte Ausschnitte aus seinen 1971er-Lieblings-Vinylalben und erzählte dazwischen Anekdoten und „G’schichtln“. Dabei erklärte er unter anderem detailreich, was den speziellen T. Rex-Sound ausmacht, was das Trident Piano ist, warum es ein John-Lennon-Foto mit einem Schwein gibt und warum Black Sabbath als Gründerväter des Heavy Metal gelten?

Martin Schuster analysiert in dem Buch die politische und soziale Situation der Post-Hippie-Ära und Phänomene wie die wachsende Bedeutung von Keyboards und Studiotechnik. Er beleuchtet Trends, Innovationen und stilistische Weichenstellungen, die wichtig für die Rockmusik der gesamten Siebzigerjahre waren und bis heute nachwirken. Herbert Höpfl fungierte an diesem Abend als DJ.

Anzeige

1971 der Höhepunkt an Kreativität, Vielfalt und Qualität

Impuls für das Buch war die Überlegung von Martin Schuster, welche zehn oder zwanzig Platten er auf eine Insel mitnehmen würde. „Ich habe dann von meinem Plattenschrank einige Vinylalben ausgewählt und festgestellt, dass fast alle aus dem Jahr 1971 sind“, erklärt der Autor. „In dem Jahr war ich 13 Jahre alt und alles was ich bis 18 gehört habe, war großteils nur Musik aus dieser Zeit. Darum dachte ich, ich stelle die These auf, dass 1971 der Höhepunkt an Kreativität, Vielfalt und Qualität war und schreibe ein Buch darüber.“

Interviews mit Musikern

Zuerst nahm er an, dass es ein relativ dünnes Schriftstück werden würde, geworden sind es letztendlich über 200 Seiten. Bei den Recherchen hat er viele Bücher über diese Zeit studiert, Wikipedia-Artikel durchforstet und sich alle Platten noch einmal angehört. Aber es wurden auch Interviews mit Musikern geführt. „Ich habe einige über deren Website angeschrieben, wobei viele davon nicht geantwortet haben“, erzählt Schuster von dem schwierigen Unterfangen. „Doch vom Gitarrist von Uriah Heep, Ian Anderson von Jethro Tull, dem Keyboarder von Yes, Rick Wakeman, und einigen österreichische Legenden habe ich Statements bekommen.“

Das Hauptkapitel in dem Buch heißt „Meine Lieblingsalben des Jahres 1971“. „Das sind aus irgendeinem Grund 27 geworden“, erläutert der Autor. „Diese wurden intensiv behandelt und rezensiert. Um es lebendig zu machen, habe ich Zitate aus Interviews eingefügt.“

Fazit: erstaunliches Detailwissen und für Freunde des Rocks aus dieser Zeit sehr empfehlenswert.

Das Buch ist im Buchhandel oder direkt beim Verlag Bibliothek der Provinz oder dem Autor erhältlich.