Erstellt am 30. September 2014, 09:49

von Redaktion Gmünd

Herka mit Golf im Aufwind. Dank des Exports von Golftüchern bekam die Frottierweberei Herka in Kautzen in der Vorwoche einen neuen Webstuhl.

Firmenchef Thomas Pfeiffer und Webereileiter Andreas Spitzer vor dem in der Vorwoche gelieferten neuen Webstuhl der Firma Herka.  |  NOEN, Hannes Ramharter

Es ist fast wie die Geschichte von dem kleinen gallischen Dorf, das als einziges Widerstand gegen die Römer leistet: Die Frottierweberei Herka besteht als eine der wenigen in Österreich gegen asiatische und andere Konkurrenz.

So gibt es derzeit bereits konkrete Pläne, das Werk in Kautzen nicht nur wieder mit einem neuen Webstuhl auszustatten, was bereits geschehen ist, sondern auch baulich zu erweitern. Verantwortlich dafür sind ein Umsatzwachstum von 18 Prozent im Jahr 2013 und zehn Prozent 2012.

Vor allem im Export konnten neue Märkte erschlossen und neue Kunden gewonnen werden. So wurden zum Beispiel in Großbritannien und Belgien Großhändler gewonnen, die auf Werbemittel spezialisiert sind, vor allem auf Golfklubs. Dafür erzeugt Herka kleine Handtücher, die die Golfer während des Spiels zum Beispiel zum Reinigen ihrer Schläger benützen und in die Firmenemblems oder Wappen von Golfclubs eingewoben werden.

Der wohl bekannteste Kunde ist niemand geringerer als der Golfclub St. Andrews - die Wiege des gesamten Golfsports, für den Herka Souvenir-Golftücher hergestellt hat. Aber auch Golfklubs in Japan, Hawaii und anderen weit entfernten Orten lassen ihre Golftücher bei Herka in Kautzen produzieren. Die kleinen Tücher sind derzeit immerhin für 30 bis 40 Prozent des Absatzes verantwortlich. Darüber hin aus werden in Kautzen natürlich weiterhin Handtücher, Badetücher, Geschirrtücher und Bademäntel produziert.

Im Vorjahr hatte Herka auch mit Unterstützung des Landes Niederösterreich die insolvente Eybl-Färberei (TVG - Textilveredelungsgesellschaft) in Gmünd übernommen. Herka ist derzeit selbst größter Kunde dieser Färberei, sie ist für die Flexibilität und das schnelle Liefern der Herka-Produkte wichtig. Die TVG färbt, wäscht, bleicht und schneidet nicht nur für Herka, sondern auch für andere Kunden, wie den Waldviertler Traditionsbetrieb Backhausen. Zukünftig will Thomas Pfeiffer auch Garne färben. Energieeffizienz ist in der Färberei ein besonderes Thema, auf diesem Sektor ist seit dem Erwerb der Firma bereits sehr viel geschehen, muss aber auch weiterhin noch einiges verbessert werden. Dafür will Pfeiffer auch in Gmünd nochmals rund eine Million Euro investieren.

Bei Herka in Kautzen sind 75 Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz 2013 lag bei mehr als sechs Millionen Euro.