Nach Einbruch: Benjamin Lamprecht macht weiter. Für einige Wochen lag die Zukunft von Benjamin Lamprechts Holzbaufirma in Schwebe: Bei einem Einbruch in seine Halle in Niederedlitz am 7. November wurden dem Jungunternehmer Werkzeug und Geräte im Wert von über 50.000 Euro gestohlen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 19. Januar 2020 (20:16)
Die Freiheitliche Wirtschaft und die FPÖ Waldviertel unterstützen den durch einen Einbruchsdiebstahl an den Rand der Existenz getriebenen Benjamin Lamprecht (Mitte) mit 1.000 Euro. Der Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft NÖ, Reinhard Langthaler und Landesrat Gottfried Waldhäusl überreichten den Scheck.
Michael Schwab

Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo Lamprecht einen großen Schritt in die Zukunft seiner Firma setzen wollte – mit dem Bau einer neuen Halle. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, sagte er damals zur NÖN (siehe unseren Bericht von damals hier und unten).

„Ich habe drei kleine Kinder, Schulden vom Hausbau, die neue Halle, und weiß nicht, wie ich die 50.000 Euro aufbringen soll, um mir neues Werkzeug zu kaufen. Ich weiß nicht, wie ich das wieder einarbeiten soll“, war Lamprecht verzweifelt.

Nachdem er sich noch Vorwürfe wegen einer fehlenden Versicherung (sie hätte über 1.000 Euro pro Jahr gekostet, Anm.) gefallen hatte lassen müssen, schlug ihm nach einem exklusiven NÖN-Bericht eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen.

Kunden und Firmen zeigten sich hilfsbereit

Nicht nur, dass es gelang, mit seiner Versicherung eine Kulanzlösung zu erzielen, zwei Waidhofner Firmen spendeten dem Jungunternehmer auch Geld, damit er weitermachen kann. Wer diese Firmen sind, will Lamprecht nicht sagen, aber die Unterstützung habe ihn dazu bewogen, doch weiterzumachen.

Dazu kam noch der Rückhalt durch seine Familie und seine Kunden: „Viele Kunden haben angerufen und mich gefragt, ob ich eh weitermache, denn sie wollen etwas von mir machen lassen“, erzählt Lamprecht.

Nun erhielt er auch eine Spende von der Freiheitlichen Wirtschaft und der FPÖ Waldviertel in Höhe von 1.000 Euro. Bei der Übergabe waren er und einige weitere Männer gerade damit beschäftigt, den letzten Rest des Holzbodens in seiner neuen Halle zu verlegen. Verschwunden waren die Verzweiflung und Resignation, die beim NÖN-Gesprächstermin nach dem Einbruch in der Luft lagen.

Aufnahme von zwei Mitarbeitern angedacht

„Das notwendigste Werkzeug habe ich schon wieder angekauft, den Rest schaffe ich an, wie es finanziell möglich ist“, sagt Lamprecht. „Wenigstens geschah der Einbruch im Winter, in der toten Saison. Im Sommer, wenn am Bau Hochbetrieb ist, wäre es eine Katastrophe gewesen“, meint Lamprecht.

Die neue Halle soll in etwa einem Monat fertig eingerichtet sein, und damit wieder so etwas wie Normalität im Betrieb einkehren. Die Auftragslage sieht gut aus, und wenn alles nach Plan läuft, will Lamprecht im Frühjahr auch ein bis zwei Mitarbeiter aufnehmen: „Ich würde dann fähige Bautischler und Zimmerer brauchen.“

Die neue Halle wird selbstverständlich auch mit moderner Sicherheitstechnik geschützt und versichert werden, damit Lamprecht ein Erlebnis wie jenes im November in Zukunft hoffentlich erspart bleibt.