Hundesportler demonstrieren vor Waldhäusl-Gasthaus. Hundehalter aus dem Bezirk Waidhofen protestieren gegen die Änderungen des NÖ Hundehaltergesetzes (die NÖN berichtete): Mitglieder des Hundesportvereins Groß Siegharts gehen jetzt sogar auf die Straße.

Von Michael Schwab. Erstellt am 14. November 2019 (20:04)
Symbolbild
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Am kommenden Sonntag wollen sie um 10 Uhr vor dem von Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusls (FPÖ) Frau betriebenen Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“ in Waidhofen demonstrieren und auf die Problematik des neuen Hundehaltergesetzes hinweisen.

„Wir sehen es nicht ein, dass durch das Gesetz jeder Hund bestraft wird. Es gibt klarerweise Hunde, die in bestimmten Situationen einen Beißkorb brauchen, es gibt aber auch genug Hunde, wo dies nicht erforderlich ist“, sagt Trainer Gernot Blieberger. Viel besser als die Maulkorbpflicht wäre eine verpflichtende Ausbildung für Hunde und deren Besitzer. 

Barbara Stohl startete Petition gegen Gesetz

Auch die Dietmannser geschäftsführende UNAB (Unabhängige) Gemeinderätin Barbara Stohl protestiert gegen das neue Gesetz, und hat sogar eine Petition unter dem Titel „Nein zu den beschlossenen Änderungen des NÖ Hundehaltegesetzes vom 24.10.2019!“ auf der Plattform openpetition.eu ins Leben gerufen.

„Das Gesetz ist in dieser Form Schwachsinn, es würde bedeuten, dass jeder Welpe von klein an einen Maulkorb tragen muss, was schlecht für die Entwicklung des Sozialverhaltens ist. Auch den Hund ständig zu tragen, wo er dann keinen Beißkobr braucht, ist nicht artgerecht und widerspricht dem Tierschutzgesetz“, stellt Stohl klar. Ein Problem sieht sie auch mit der unklaren Definition der „größeren Menschenansammlungen“: „Ist es schon eine Menschenansammlung, wenn mir beim Spazieren auf der Thayarunde eine Gruppe von Leuten entgegen kommt?“, fragt sich Stohl, die selbst Hundebesitzerin ist. Das Gesetz würde ihrer Ansicht nach Anzeigen und Hass gegen Hundebesitzer fördern.

Waldhäusl: „Leute lesen Gesetz nicht richtig"

„Ich gestehe jedem Bürger das Recht zu, gegen etwas zu demonstrieren“, meint FP-Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl zur angekündigten Demo. In Wirklichkeit würde sich durch das neue Gesetz außer der Maulkorbpflicht bei Menschenansammlungen nichts gegenüber dem bisherigen Stand ändern. Niemand müsse seinem Hund beim Spazieren einen Maulkorb umhängen.  „Die Leute lesen einfach das Gesetz nicht richtig. Es geht darum, dass Hunde sich in Menschenansammlungen nicht wohl fühlen. Ein vernünftiger Hundebesitzer wird sie daher meiden. Wer das nicht tun will oder kann, braucht dann eben einen Beißkorb. Für mich geht in diesen Fällen der Schutz von Menschen und Kindern vor“, stellt Waldhäusl seinen Standpunkt klar.

Man habe die Definition der Menschenansammlung bewusst nicht auf einen Personenzahl festlegen wollen, da es laut Experten auf die Dichte der Leute ankäme. „Auf einem Hauptplatz, der für 4.000 Leute Platz bietet, sind 500 verteilte Personen noch keine Menschenansammlung. In einem voll besetzten kleinen Wirtshaus reichen aber schon 60“, führt Waldhäusl aus. Die jetzt von der ÖVP geforderte Definition, dass über 150 Personen eine Menschenansammlung vorliegt, sieht er aus diesem Grund problematisch. „Ich habe einfach an die Vernunft appelliert“ meint Waldhäusl.