Museum Humanum feiert Jubiläum

Erstellt am 24. Juni 2022 | 04:15
Lesezeit: 3 Min
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Heute befindet sich in dem großzügigen, mit Gewölben, Pfeilern und Arkaden errichteten Raum das Museum Humanum.
Foto: Monika Freisel
Preisgekrönte Kultureinrichtung Museum Humanum in Fratres besteht seit 25 Jahren.
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25 Jahre Museum Humanum – das ist nicht das einzige Jubiläum, das man dieser Tage in Fratres feiert. 30 Jahre ist es her, dass Peter Coreth – damals als Galerist in Budapest ansässig – den alten Gutshof an der Grenze erwarb und begann, die von Wehrmacht und sowjetischer Besatzung arg in Mitleidenschaft gezogenen Gebäude vor dem Verfall zu retten und in ein multifunktionales Kulturzentrum zu verwandeln.

Sogar eine Gefechtsübung kann einem poetische Momente schenken. Peter Coreth

Warum hat es den aus Oberösterreich stammenden Weltenbummler, der nach seiner Zeit als Redakteur der Salzburger Nachrichten Jahrzehnte in London, Paris und München zugange war, ausgerechnet ins Waldviertel verschlagen? – Oft seien es merkwürdige kleine Zufälle, die Jahrzehnte später dem Leben eine Richtung geben, meint Coreth und erzählt von einem Sonnenuntergang, den er in den späten 60er-Jahren während seines Präsenzdienstes beim Bundesheer als Richtschütze bei einem Panzermanöver am Truppenübungsplatz Allentsteig erleben durfte: „Sogar eine Gefechtsübung kann einem poetische Momente schenken! Ich habe diese Waldviertler Landschaft nie mehr vergessen. Als der Eiserne Vorhang gefallen war, suchte ich hier nach einem Gebäude, das meine anthropologische Sammlung aufnehmen könnte. Da war auch die Idee, das geplante Museum der Kulturen in ein Dialogforum einzubetten, das Grenzen überwindet, indem es zeigt, was Menschen unterschiedlicher Herkunft und Denkart gemeinsam haben. So entstanden 1995 die Kulturbrücke und 1997 das Museum Humanum.“

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Als Peter Coreth 1991 erstmals den Gutshof in Fratres betrat, standen im Stall noch die Kühe ...
Foto: privat

War Fratres anfangs noch ein Geheimtipp, hat es sich längst zu einer international beachteten, mehrfach preisgekrönten Kultureinrichtung entwickelt, die von Enthusiasten aus allen Erdteilen besucht wird.

Was aber ist der Leitgedanke für das zweite Vierteljahrhundert des Museum Humanum? Coreth: „Ich möchte durch räumliche Erweiterung Platz für einen Schwerpunkt hinduistischer Kunst schaffen und außerdem die Briefe, Fotos und Manuskripte des Mahatma Gandhi, die mir dessen Gefährtin Mira Behn hinterlassen hat, angemessen präsentieren. Ein Leben ist leider zu kurz, um alle Visionen umzusetzen.“

So hofft der Sammler, die Staffel irgendwann an seine Kinder und Enkel weiterreichen zu können. Einen Verein der Freunde des Museum Humanum gibt es bereits seit 2015, er soll für Kontinuität sorgen.

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