„Casanova“: Retrosound mit Synthpop-Charme. Bernhard Zimmermann aus Waidhofen an der Thaya bringt mit seinem neuen Album „Casanova“ den Sound der 80er-Jahre zurück.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 11. Oktober 2020 (06:12)
Neonfarben und Retro-Sounds: Bernhard Zimmermann bringt mit seiner Musik die 80er zurück.
Musikvideo „Life of Casanova“

Zurück im Rampenlicht: Der Waidhofner Musiker Bernhard Zimmermann meldet sich mit dem neuen Album „Casanova“ zurück - und das strotzt nur so vor Synthpop-Charme. Einen ersten Vorgeschmack lieferten bereits die vorab veröffentlichten Singles „Ghost in the Machine“ und „Life of Casanova“.

Die Musik Zimmermanns war schon immer stark mit den 80ern verbunden, doch diesmal wurde die Retroschraube mit fast ausschließlich Synthesizer-Klängen bis zum Anschlag gedreht. Die NÖN sprach mit ihm über sein neues Album.

NÖN: Was macht die 1980er so besonders, dass ihre Musik immer noch so stark davon beeinflusst ist?

Bernhard Zimmermann: Ich war zu dieser Zeit ein kleiner Bub, weshalb ich die Musik dieses Jahrzehnts tagtäglich mitbekam. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass damals die größten Ohrwürmer entstanden sind. Diese Qualität der Songs, die sich schon beim ersten Hören einprägen, hat sich bis heute auf meine Musik ausgewirkt.

Ich habe mich diesmal textlich nicht nur auf düstere Erlebnisse und Szenarien konzentriert sondern auch durchaus „happy“ Texte verfasst, sogar eine mittelalterliche Fantasy-Story kommt vor

Was können Sie über die Entstehungsgeschichte des neuen Albums „Casanova“ erzählen?

Grundlegend war es eine komplett andere Aufnahmesituation als bei meinem letzten Album „Jekyll & Hyde“. Ich wollte wieder mal wirklich ein „Solo“-Album machen , also alles komplett allein einspielen und singen. Dies ist eher eine Parallele zu meinem ersten Solo-Album „A New Dawning“ von 2006. Die Produktionsphase war auch wesentlich kürzer. Ich würde „Casanova“ als mein „schnellstes“ Album definieren. Innerhalb weniger Monate habe ich alle Songs geschrieben und komplett aufgenommen – normalerweise brauche ich Jahre für ein Album.

„Jekyll & Hyde“ von 2016 galt als sehr düster und ernst. Geht dieser Trend auf „Casanova“ weiter?

Eher nicht. Ich habe mich diesmal textlich nicht nur auf düstere Erlebnisse und Szenarien konzentriert sondern auch durchaus „happy“ Texte verfasst, sogar eine mittelalterliche Fantasy-Story kommt vor. Ich hab mich auch mit der Stadt Wien im Song „Return To Vienna“ befasst, wo ich auch teilweise lebe. Musikalisch habe ich ausschließlich elektronische Instrumente verwendet, wie z.B. original Synthesizer aus den 80ern und eine Menge Software Synths. Das hört man auch: Mehr nach 80er hat meine Musik nie geklungen. Das Feeling ist aber eher positiv, die depressive Stimmung meines Vorgängeralbums ist definitiv vorbei.

Warum der Titel „Casanova“? Auch der Song „The Life Of Casanova“ beinhaltet den Titel?

Das war nur so ein Gedanke. Mein Konzept ist immer gleich: Zuerst hab ich eine quasi „Gesamtidee“ für ein Album, das meist mit einem Wort oder einer Phrase beginnt. Mit „Casanova“ kann man vieles assoziieren: die historische Figur selbst, Venedig, Liebesbeziehungen, Geheimnisvolles, Verbotenes. Aus diesen „Gedanken“ sind dann die Songs entstanden – obwohl sie inhaltlich keinen Zusammenhang haben. Der Titel „Casanova“ steht auf keinen Fall in Verbindung mit meiner eigenen Person, ich bin verheiratet (lacht).

Die erste Single „Ghost In The Machine“ ist ja bereits Ende 2019 erschienen und entwickelte sich zu meinem erfolgreichsten Song seit meiner Song Contest Nominierung 2010.

Die vorab ausgekoppelten Singles waren ja schon mal relativ erfolgreich. Was kann man zu den bisher veröffentlichten Songs sagen?

So ist es. Die erste Single „Ghost In The Machine“ ist ja bereits Ende 2019 erschienen und entwickelte sich zu meinem erfolgreichsten Song seit meiner Song Contest Nominierung „The Heart Is A Lonely Hunter“ von 2010. Vielleicht ist er schon jetzt öfter verkauft worden, ich muss mal die Abrechnung abwarten. Dazu beigetragen hat sicherlich das mittlerweile sehr bekannte Musikvideo des Songs, in dem wir einen kleinen Science-Fiction Film produzierten. Auch die beiden weiteren Singles „This Little Town“ und „The Life Of Casanova“ sind ganz erfolgreich unterwegs, ebenfalls begleitet von Musikvideos auf Youtube. Zwei weitere Singles kommen noch.

Wird man Sie auch wieder live sehen können?

Ja, und es wird das erste Mal seit zehn Jahren sein, dass ich mit Band und eigenen Songs die Bühne betrete. Ich hab die letzten Jahre ausschließlich im Studio verbracht, weil für Live-Auftritte keine Energie mehr da war. Aber jetzt juckt es mich wieder und eine neue Band ist bereits am Proben. Eine Präsentationstour wird es 2021 geben – aber nur wenn wirklich alle Bühnen „Corona-frei“ sind. In erster Linie bleibe ich jedoch Studiomusiker. Konzerte sind bei mir immer an zweiter Stelle.

Wo kann man das Album kaufen?

Auf Amazon, Itunes und allen verwandten Plattformen. In Waidhofen speziell bei Bücher Kargl und Eunike’s Naturladen in der Böhmgasse, oder direkt im Shop meiner Facebook-Seite.