Bürgermeisterin Töpfl: „Leben hat sich stark verändert“. Die Vitiser Bürgermeisterin Anette Töpfl über das Jahr 2020 und die in Zukunft anstehenden Projekte.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:20)
Bürgermeisterin Anette Töpfl.
Bürgermeisterin Anette Töpfl.

Es war ein Ausnahmejahr, dessen Spuren noch lange zu sehen sein werden. Die Vitiser Bürgermeistern Anette Töpfl resümiert noch einmal über das Coronajahr 2020 und gibt einen kleinen Ausblick in die Zukunft.

NÖN: Wie beurteilen Sie im Rückblick das Jahr 2020?

Anette Töpfl: Wir mussten 2020 mit vielen Herausforderungen umgehen lernen, die unsere Generation noch nicht erlebt hat. Corona war nicht nur ein gesundheitliches und politisches Problem, sondern leider auch ein wirtschaftliches. Die Krise hat sich natürlich auch auf die Gemeinden ausgewirkt. Wir haben zum Glück Unterstützung von Bund und Land bekommen, aber es ist bei Weitem nicht der Betrag, den wir zur Projektfinanzierung brauchen würden. Trotzdem konnten wir im Vorjahr viele Vorhaben umsetzen. So haben wir zwei Kapellen saniert und auch einiges in eine Baulanderweiterung investiert. Im Ortstzentrum hat die Gemeinde zwei Gebäude gekauft, womit wir in den nächsten Jahren ein größeres Projekt starten wollen. Im Großen und Ganzen haben wir trotz dieser Krise das Jahr gut gemeistert.

War es durch das Fehlen von Veranstaltungen und wegen der Lockdowns für Sie schwieriger, Kontakt zu den Bürgern zu halten?

Töpfl: Ja natürlich. Da Leben hat sich komplett verändert. Bereits zu Beginn der Coronakrise mussten wir lernen, mit Sitzungen über Videokonferenzen umzugehen. Es war ja etwas total Ungewohntes bis dahin. Ohne diese wäre ein Weiterarbeiten gar nicht möglich gewesen. Im Umgang mit den Bürgern war es ebenfalls eine große Umstellung für mich. Ich bin gerne mit der Bevölkerung im Gespräch. Bis auf einige wenige Termine war das aber leider kaum möglich. Natürlich gab es die Möglichkeit zu telefonieren, doch das ist kein Vergleich zu einem persönlichen Treffen, wie bei einem Fest. Besonders bitter fand ich die Absage der Geburtstagsgratulationen, die wir zwei Mal jährlich für Geburtstagskinder und Jubilare machen. Wir werden versuchen, diese Feiern so weit es geht nachzuholen.

Welche Herausforderungen warten jetzt im neuen Jahr?

Töpfl: Die Krise ist noch nicht hinter uns. Die nächste Massentestung steht unmittelbar bevor. Diese haben wir aber auch im Dezember schon gut absolviert. Danach ist die große Frage, wie es überhaupt weitergehen soll und wie groß die wirtschaftlichen Auswirkungen sein werden. Anfang Februar ist wieder eine Gemeinderatssitzung geplant. Ein Hauptthema wird heuer sicher die Baulanderweiterung im Bereich der Feldgasse sein. Dort sollen Bauplätze für die nächsten zehn Jahre entstehen. Noch heuer werden Kanal, Wasser und Hochwasserschutz fertiggestellt. Auch Kapellensanierungen stehen wie immer auf dem Plan. Bereits 2020 haben wir zwei Kapellen saniert. Auch die Schaffung eines Parkplatzes beim Vereinshaus ist geplant. Eines der größten Projekte wird die Sanierung der Volks- und Mittelschule. In den nächsten zwei Jahren soll kontinuierlich am Gebäude gearbeitet werden, soweit es der Schulbetrieb erlaubt. Der Großteil der Arbeit findet selbstverständlich jeweils im Sommer statt.

Was wünschen Sie sich für das anstehende Jahr?

Töpfl: Ich hoffe doch, dass sich das soziale Leben bald wieder einpendelt, damit unsere Vereine zumindest zur Mitte des Jahres wieder Veranstaltungen durchführen können. Es wäre schön, wenn wir bald wieder die Gemeinschaft leben könnten.