Niederwild im Bezirk Waidhofen erholt sich wieder. Erfreulicher Zuwachs bei Niederwild. Schweinepest bereits in Deutschland. Coronabedingt keine Veranstaltungen.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 27. November 2020 (05:03)
Bezirksjägermeister Albin Haidl spricht über das Corona-Jagdjahr.
Schwab

Auch für die Jägerschaft war im heurigen Jahr coronabedingt vieles anders. So gab es heuer keine größeren Veranstaltungen. Die Bezirks- und Hegeringmeisterschaft, der Bezirksjägertag und Hegeschauen sind entfallen. Die letzten Zusammenkünfte beim Jagdkurs haben bereits über Videokonferenz stattgefunden.

Wiederholungsprüfung im November fiel aus

Die Prüfungen wurden danach im großen Sitzungssaal der Bezirkshauptmannschaft mit Abstand und Masken abgehalten.

Die letzte Wiederholungsprüfung im November ist wieder entfallen und wird voraussichtlich im Frühjahr nachgeholt. Schießübungen gab es im März und April keine, danach war der Schießstand für den Einzelbetrieb geöffnet.

Schwarzwild-Bejagung ohne Treibjagden schwierig

„Die Abschusszahlen werden auch heuer erfüllt werden“, erzählt Bezirksjägermeister Albin Haidl, „das Rehwild hat ja noch Schusszeit bis Ende Dezember.“ Beim Schwarzwild werde man ungefähr so liegen wie im Vorjahr. „Das hängt sehr stark vom kommenden Winter ab, ob wir im Dezember noch viel Schnee bekommen“.

Die Bejagung sei auch schwierig, weil aufgrund von Corona keine größeren Treibjagden möglich seien. „Vielleicht gibt es Ende des Jahres noch eine Möglichkeit, Schwarzwild hat ja das ganze Jahr Schusszeit“, meint Haidl.

„Das Schwarzwild muss doch stark bejagt werden, erstens wegen der Schweinepest, von der bereits Deutschland betroffen ist, und zweitens wegen der Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft“, stellt Haidl klar. Der Bestand sei derzeit hoch und es sei noch zu befürchten, dass der Zuwachs durch die starke Nahrungsgrundlage wie Eicheln und Bucheckern stark sein werde.

„Eicheln haben einen größeren Nährwert als Mais. Ein strenger Winter wäre besser, weil die Wildschweine dann weniger Nahrung finden, und durch die Schneespuren kann man feststellen, wo sie sich gerade aufhalten“, weiß der Bezirksjägermeister.

Kfz-Fallwild vergleichbar mit Vorjahr

Fallwild, wie getötete Kitze beim Wiesenmähen, gibt es heuer sehr wenig. Krankheiten oder Seuchen gab es keine. Kfz-Fallwild wird wieder das Ausmaß vom Vorjahr haben. Aktuelle Zahlen liegen erst ab 15. Jänner vor. Der Bestand der Füchse ist wie in den letzten Jahren.

„Die Füchse haben im letzten Jahr beim Niederwild weniger Schäden angerichtet, weil es sehr viele Mäuse gab“, erzählt Albin Haidl. „Der Fuchs nimmt in erster Linie die Maus. Nur wenn keine Mäuse da sind, nimmt er Junghase und Fasan.“

Beim Niederwild gehe es erfreulicherweise wieder bergauf, speziell auch beim Rebhuhn. „Rebhühner sieht man wieder mehr, sie werden aber fast nicht bejagt“, berichtet Haidl. „Fasan ist auch wieder besser und mit dem Hasen schaut es ganz gut aus heuer.“

Nur Bejagung und Verkauf seien ein Problem. „Der Wildbretpreis ist sehr niedrig. Man muss schauen, dass man als Jäger direkt an den Konsumenten küchenfertig verkauft“, sagt Haidl. „Die Gastronomie geht natürlich sehr stark ab. Wenn der Konsument direkt beim Jäger kauft, ist beiden geholfen. Es ist billiger für den Kunden, und der Jäger hat mehr Erlös.“

Offene Waffengeschäfte sinnvoll

Albin Haidl hält es auch für sinnvoll, dass Waffengeschäfte während des Lockdowns geöffnet haben: „Es ist sicher nicht notwendig, dass ich mir in der Zeit eine neue Waffe kaufen muss, aber es können natürlich Reparaturen anstehen, wenn etwa ein Gewehr umfällt oder das Zielfernrohr einen Schaden hat. Da ist es schon gut, wenn Waffengeschäft offen haben.“