Klaus Hölzl: Mit "rotzfrecher" Kochweise an der Spitze. Klaus Hölzl verbindet Kreativität mit dem Waldviertel – und zählt damit zu den „Jungen Wilden“. Er erkochte sich Platz drei im Bewerb.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 27. November 2019 (12:17)

„Junge Wilde“ ist ein Wettbewerb des Fachmagazins „Rolling Pin“ für Köche unter 30 Jahren, bei dem man mit „unfassbarer Kreativität“ und „rotzfrechen Gerichten“ überzeugen muss. Klaus Hölzl gehört dazu: Er erkochte sich im Finale am Montag Platz drei.

Der 27-Jährige zeigte schon in der Berufsschule auf, war von 2015 bis 2016 Jungkoch („Commis de Cuisine“) im Hangar 7. Er stellte sich dem Finale im Kesselhaus in München mit seiner „Nordic Waldviertel“-Küche. Was das genau heißt, offenbart das Drei-Gänge-Menü. Wie kommt man zu dieser Kreation?

„Das kommt aus der Erfahrung heraus und man probiert ein bisschen etwas aus“, erklärt er. Dazu kommt, dass er bei knapp 2.530 Bewerbern aus dem deutschsprachigen Raum aber auch aus Norwegen herausstechen und dem Titel „Junge Wilde“ gerecht werden wolle.

Das Finale in München war außergewöhnlich – und für Hölzl durchaus eine Herausforderung. Nicht das Kochen an sich, denn das Menü stand fest. Nebenbei lief eine Party mit DJ-Klängen und vielen Gästen ab, mittendrin Hölzl, der innerhalb von vier Stunden das Menü der Jury reichte. Er kannte die Location und die Küche nicht. Das Filmteam unterbrach immer wieder, wenn Fragen auftauchten. „Das war recht spannend, ein schönes Erlebnis und eine schöne Erfahrung.“

Regionales Produkt im Fokus

Der Kreativität war keine Grenzen gesetzt, allerdings musste sie messbar sein. Die Titelanwärter mussten daher einen fixen Warenkorb in ihr Menü einfließen lassen. Besonderes Special: das regionale Produkt. Es musste im 50-Kilometer-Umkreis des Restaurants, in dem der Teilnehmer tätig ist, wachsen und von ihm selbst geerntet oder gefangen werden.

Platz eins ging an Florian Wörgötter (881 Punkte): Der gebürtige Steirer arbeitet in Wien und war auch für Hölzl ein Favorit. Platz zwei: Nicolas Rathge (758 Punkte) aus Norddeutschland. „Das war alles sehr freundschaftlich“, erzählt Hölzl (713 Punkte), das keine Rivalität untereinander aufkam. Die Jury bewertete Optik, Geschmack, Konsistenz und Idee.  Vorsitzender war Stefan Marquard: Er gründete den Kochwettbewerb für die junge Generation. „Es ist unglaublich, wie sich alle drei Finalisten weiterentwickelt haben. Das Niveau war dieses Jahr unfassbar hoch", sagt er.

Vorspeise und Dessert kann man im Dezember bei ihm noch probieren. Die Hauptspeise passt nicht zur „Auszeit“-Philosophie, erklärt Hölzl. Das teure Rindfleisch (100 Euro pro Kilo) müsste aus Australien geliefert werden. Sein Lokal schließt (wie berichtet) Ende Dezember. Die Firma bleibt für Veranstaltungen im Lokal noch bestehen, ansonsten lehrt der Koch verstärkt in der Tourismusschule Retz (Bezirk Hollabrunn).