Jimmy Schlagers exotischer Geschmacks-Mix

Erstellt am 23. Juni 2022 | 04:29
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8393899_wai25rud_kabarett_jimmy_schlager.jpg
Bürgermeister Roland Datler, Kabarettist Jimmy Schlager und Keyboarder Chris Heller im Kommunalzentrum Gastern.
Foto: Gerald Muthsam
Im Programm „Leberkaas-Hawaii“ bot Jimmy Schlager in Gastern ein breites Themenfeld an.
Werbung

„Leberkaas-Hawaii“ servierte der Musik-Kabarettist Jimmy Schlager am Freitag in Gastern im Rahmen der Kulturoffensive.

Der Titel „Leberkaas-Hawaii“ spielt auf eine scheinbare Unvereinbarkeit zweier gegensätzlicher Dinge an, die letztendlich doch funktionieren kann. Das trifft auch auf sein Programm zu. Jimmy Schlager liefert einen breiten Mix an Themen, die letztendlich doch einen runden Abend bieten. Hauptsächlich macht er das in Form von Liedern, doch er philosophiert auch gerne auf der Bühne. So wies er auf das Auftrittsverbot der Künstler in den letzten zwei Jahren hin.

Die Leute hätten von den Künstlern keine Antworten mehr bekommen, darum mussten sie selber denken, hätten aber nicht gewusst wie das geht. Darum haben sie sich fragwürdige Antworten aus dem Internet geholt. Dabei merkte er an, dass wir einer Zeit leben würden, wo einem das ganze Wissen im Netz zur Verfügung stehen würde, trotzdem gebe es viele Menschen, die nicht die Schlausten seien. Schlager kritisiert auch, dass es nur mehr auf das Aussehen ankäme, wobei Kleider Leute machen würden, aber lange noch keine Menschen.

In seinen Liedern besingt er auch nostalgisch seine Generation, in der es noch einen zufriedenen Mittelstand gab. Er singt auch im Country-Stil ein traumatisierendes Familientreffen, wo er auch den Rassismus der US-Amerikaner thematisiert. Mit einer Fantasiereise entführt er nach Kuba.

Der Weinviertler Slang-Pop-Virtuose Jimmy Schlager hat sich gemeinsam mit seiner Band über die letzten Jahre einen ständig wachsenden Fankreis erspielt. Seine Sprache bringt die Dinge unverblümt auf den Punkt, aber stets mit Leichtigkeit, Charme und jeder Menge Schmäh.

Eigentlich heißt er Hans Peter Stadlbauer, aber jeder nennt ihn Jimmy Schlager. Er selbst muss manchmal auch zweimal überlegen, mit welchem Namen er unterschreibt. Wie ist eigentlich sein Künstlername entstanden? „Das war, als ich damals mit Chris Heller und Charly Biskup als Schlager-Persiflage-Band auftrat. Seither nennen mich alle nur noch Schlager.“

Werbung