Frank Grabner ist neuer Personalchef

Erstellt am 26. Januar 2022 | 04:18
Lesezeit: 5 Min
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Führungswechsel in der Personalabteilung: Ernst Wurz (rechts) übergibt nach fast 22 Jahren die Leitung an Frank Grabner, der zuletzt im Personalbereich der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien tätig war. Der 26. Jänner ist Wurz‘ letzter Arbeitstag.
Foto: Pollmann
39-jähriger studierter Jurist folgt Ernst Wurz als Leiter der Personalabteilung der Pollmann International GmbH in Karlstein.
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Einen Wechsel gibt es an der Spitze der Personalabteilung der Pollmann International GmbH: Nach fast 22 Jahren tritt Personalchef Ernst Wurz seinen Ruhestand an. Ihm folgt der 39-jährige Frank Grabner als neuer Bereichsleiter für das Human-Ressources- (HR)-Management.

Grabner trat mit 1. Dezember 2021 in die Pollmann International GmbH ein. Zuvor war er neun Jahre lang bei der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien im HR-Bereich tätig.

„Nach neun spannenden Jahren in der Finanzdienstleistungsbranche habe ich mich dazu entschieden, neue Wege in eine andere Branche und in einen internationalen Konzern zu beschreiten. Seit je her war und bin ich von der Automotivebranche fasziniert, was dazu geführt hat, dass ich mich unmittelbar nach Bekanntwerden der vakanten Stelle als neuer Bereichsleiter im HR-Manangement bei der Pollmann International GmbH mit meinem Vorgänger Ernst Wurz in Verbindung gesetzt habe. Das eine Gespräch führte zum Anderen und nach kurzer Zeit war klar, dass ich diese spannende Aufgabe in einem etablierten regionalen aber auch bereits internationalen Unternehmen gerne annehmen werde“, spricht Grabner mit der NÖN über seine Entscheidung, aus dem Bankensektor in die Automobil-Zulieferer-Industrie zu wechseln.

„Dazu kam, dass ich mich auch privat an die Grenze des Waldviertels orientiert habe, nachdem wir (noch) im Weinviertel in der Kremser Gegend ein ca. 200 Jahre altes Haus sanieren, was die Entscheidung schlussendlich zusätzlich bekräftigt hat,“

Grabner ist ausgebildeter Jurist – ein Faktor, der auch für die Arbeit im Personalbereich von Vorteil ist. „Das ist auf jeden Fall von Nutzen. Man hat viel mit Verträgen und Vereinbarungen zu tun, etwa wenn es um Karenz oder Teilzeit geht. Als Jurist hat man es da leichter, die zugehörigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu verstehen und danach zu handeln“ ist Grabner überzeugt. Er war zu Beginn seiner beruflichen Karriere drei Jahre lang in einer mittelgroßen Anwaltskanzlei primär im Arbeits- und Gesellschaftsrecht tätig. Im Vergleich dazu schätzt er die unmittelbare Rückmeldung, die man bei der Arbeit in Personalabteilungen erhält.

Digitalisierung und Ausbildung als Kernthemen

Auf ihn warten einige Herausforderungen: Es gilt, den HR-Bereich bei Pollmann stärker zu digitalisieren und zu internationalisieren, die Schulungsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte nach der coronabedingten Unterbrechung wieder anlaufen zu lassen und die Ausbildung bei Pollmann in den Schulen vermehrt zu bewerben. „Die Lehrlingsausbildung ist etwas, woran Pollmman auch in der Zeit der Corona-Krise festgehalten hat. Der Arbeitsmarkt im Waldviertel ist ein suchender – wenn die Leute, die wir brauchen, am Arbeitsmarkt nicht existieren, müssen wir sie selber ausbilden“, betont Grabner.

Eine dazugehörige Maßnahme sind die Info-Tage vom 31. Jänner bis 2. Februar und vom 14. bis 16. Februar, an denen Schüler sich in Kleingruppen über die neun von Pollmann angebotenen Lehrberufe informieren können.

Wichtig ist für Grabner auch die enge Zusammenarbeit mit dem von Ernst Wurz 2004 gegründeten Qualifizierungsverbund Waldviertel, dem rund 50 Waldviertler Betriebe angehören. In Normalzeiten werden von diesem Verbund um die 100 Schulungen und Kurse pro Jahr in den Mitgliedsbetrieben angeboten. „Dabei kommen Mitarbeiter aus verschiedenen Betrieben zusammen. Das ermöglicht einen firmenübergreifenden Austausch und fördert die Vernetzung“, erklärt Wurz.

Ernst Wurz über Pension: „Mir wird nicht fad werden“

Mit seinem Nachfolger hat er eine eineinhalbmonatige Übergangsfrist vereinbart, die mit dem 26. Jänner endet – an diesem Datum hat Wurz seinen letzten Arbeitstag. Damit zieht er sich nach seinem Ausscheiden als Vorsitzender der Waldviertel Akademie im Vorjahr (die NÖN berichtete) auch beruflich in die Pension zurück. Was aber nicht heißen soll, dass man von nun an gar nichts mehr von ihm hören wird: „Mir wird sicher nicht fad, ich habe schon ein paar Gedanken, was ich machen will“, merkt Wurz an. Was genau seine Pläne für die Pension sind, will er noch nicht verraten: „Darüber sprechen wir zu gegebener Zeit, wenn alles etwas konkreter ist.“

Ernst Wurz blickt auf einen ähnlichen Werdegang wie Grabner zurück. Er war vor seiner Tätigkeit als Pollmann-Personalchef Personalleiter bei der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien, ehe er im Alter von 40 Jahren den Entschluss fasste, ins Waldviertel zu ziehen. Nach einem Jahr in der Schremser Raiffeisenbank und zwei Jahren bei der Waldviertler Sparkasse bewarb Wurz sich als erster Personalleiter bei Pollmann.

Neben dem Fortsetzen der mittlerweile 75-jährigen Tradition der Lehrlingsausbildung setzte Wurz als Gegenmittel zum Fachkräftemangel intensiv auf Ferialpraktikanten. „Ein Drittel unserer Praktikanten kommt später als Arbeitnehmer zu uns“, hebt Wurz hervor. Er sieht Pollmann als Arbeitgeber gut aufgestellt. „Wir sind und bleiben ein Familienbetrieb. Das Festhalten an der Region ist ein klares Zeichen an jene Arbeitnehmer, die im Waldviertel bleiben wollen. Zugleich können wir mit unseren weltweiten Standorten aber auch internationale Karrierechancen anbieten und auf diese Weise gute Arbeitskräfte gewinnen“, führt Wurz an.

Wesentlich war für ihn als Personalchef auch die Information der Mitarbeiter. Dafür führte er 2003 eine Mitarbeiterzeitung ein, die auch Grabner weiterführen wird.

„Ich bin überzeugt, dass nur gut informierte Mitarbeiter die beste Leistung bringen können. Nur wenn ein Mitarbeiter weiß, wohin die Reise geht, kann er seinen Beitrag dazu leisten, das gesetzte Firmenziel zu erreichen“, sagt Wurz.

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