Sonnenstrom: Mehrertrag durch saubere Luft. Photovoltaik-Anlage in Riedmühle lieferte im April einen Rekordertrag. Saubere Luft wird als Ursache vermutet.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 15. Mai 2020 (05:29)

Ein erstaunliches Phänomen beobachtet Reinhard Bentz derzeit bei seiner Photovoltaik-Anlage in der Riedmühle bei Karlstein.

Bester Monatsertrag seit Bestehen der Anlage

Obwohl die Anlage bereits sieben Jahre alt ist und die Module mit der Zeit etwas an Leistung verlieren, verzeichnet er derzeit einen Rekord an Erträgen. Der vergangene April lag mit 12.228 kWh Ertrag um 61 Prozent über Plan. Zum Vergleich: Im April 2014 lag der Ertrag bei 9.039 kWh. „Das ist die beste Leistung seit Bestehen der Anlage“, erklärt Betreiber Reinhard Bentz. „Offensichtlich ist jetzt durch die Einschränkung des Flugverkehrs und sonstige Corona-Beschränkungen die Luft viel klarer und damit die Sonneneinstrahlung besser, und es kommt dadurch zu mehr Leistung.“

Umgekehrt sei eben zu beobachten, dass in Gebieten wie China mit viel Smog, der wie eine ständige Bewölkung wirkt, keine Hochleistung für die Panele möglich sei. „Wir waren ganz erstaunt, dass wir im April an sechs Tagen mehr als 500 kWh hatten, wobei dies sonst eher nur im Juni auftritt“, erzählt er verwundert. Er sehe das als Beweis dafür, dass auch die Emissionen in Österreich Auswirkungen hätten, die gerne in Abrede gestellt würden. Darum solle man die Lehren aus dieser Krise ziehen und darauf achten Feinstaub und C0 zu reduzieren.

Wassermangel schon jetzt so hoch wie üblicherweise im Juni

Der Klimawandel bewirke auch mittlerweile einen massiven Wassermangel. Seine Wasserkraftanlage an der Thaya mit 69 Kilowatt Leitstung habe in den letzten Jahren enorme Einbußen erlitten. „Heuer haben wir schon Ende April einen Wassermangel, der normalerweise erst im Juni herrscht“, erzählt Bentz. „Der April wäre üblicherweise ein Volllastmonat mit 40.000 kWh Ertrag. Jetzt haben wir 9.000 kWh, das heißt, nur mehr ein schwaches Viertel. Drei Viertel sind schon verloren.“

Die Sonnenenergie decke derzeit die Verluste der Wasserkraft ab, nur so könne er die Rückzahlungen der Anlage leisten. Er führe die geringen Wassermengen in der Thaya auf den fallenden Grundwasserspiegel zurück. „Drainagen sind längst nicht mehr zeitgemäß, dadurch fließt das Wasser schon im Februar ab, das dann im Frühjahr dringend gebraucht würde. Regenwasser sollte in den Ortschaften auch wieder versickern können“, meint er. Bei den Photovoltaik-Anlagen sei es nach wie vor so, dass sie sich komplett selbst finanzieren würden und auch von den Banken finanziert würden, ohne Grundbucheintrag als Sicherstellung. „Mein Wunschdenken ist, dass jeder Haushalt eine Fünf-Kilowatt-Anlage hat, dann könnte er mit einem Strommanagement Verbraucher wie die Waschmaschine auf Zeiten verlegen, an denen genügend Energie da ist, und wir bräuchten nicht die Stromautobahnen quer durch Europa“, meint Reinhard Bentz.