Stimmen gegen Kredit für Kanal und Wasserleitung

Erstellt am 02. Juli 2022 | 04:32
Lesezeit: 4 Min
Kanal Abwasser Symbolbild
Foto: Manfred Richter auf Pixabay
Darlehensaufnahmen für Kanal und Wasserleitung spalteten Parteien in Gemeinderatssitzung in Karlstein. Gegenwind von SPÖ und FPÖ.
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Die Gemeinde nimmt für Straßenbeleuchtung, Kanal und Wasserleitung viel Geld in die Hand. Dafür mussten auch Darlehen aufgenommen und ein Nachtragsvoranschlag bei der Gemeinderatssitzung am 20. Juni beschlossen werden. Dieser spaltete die Parteien.

Der Beschluss über den Nachtragsvoranschlag 2022 erfolgte mit zwei Stimmenthaltungen seitens der SPÖ und einer Gegenstimme der FPÖ. Vor allem die Aufnahme eines Darlehens bei der Hypobank über 360.000 Euro für die Errichtung einer Kläranlage und des Schmutzwasserkanales in Eggendorf war sowohl für den FPÖ-Gemeinderat Friedrich Rammer-Jircek und die SPÖ mit Gemeinderat Harald Böhm nicht tragbar. „Wir hätten den Kanalbau einfacher und billiger haben können, wenn wir über den Grund eines Landwirtes gegangen wären, der dafür auch die Zustimmung gegeben hätte. Somit konnte ich nicht dem Voranschlag und auch nicht der Aufnahme des Kredites zustimmen“, meinte Friedrich Rammer-Jicek, der jedoch auf die ansonsten immer gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Walch und der ÖVP verweist. Harald Böhm ist ebenfalls über diese Vorgangsweise etwas verwundert. „Ich habe erst eine Woche vor der Sitzung erfahren, dass wir nicht, wie geplant, den Kanal durch den Acker graben. Dadurch brauchen wir ein Pumpwerk, das alleine 100.000 Euro kostet. Wir von der SPÖ wollen uns jetzt die Meinungen von allen Beteiligten anhören. Wenn es um eine nicht mögliche Umwidmung geht, die der Landwirt benötigt, dem dieser Acker gehört, damit er seinen Betrieb ausweiten kann, müsste man doch eine Lösung finden können“, meint Böhm gegenüber der NÖN. Daher enthielt sich die SPÖ beim Beschluss des Nachtragsvoranschlages ihrer beiden Stimmen.

Kostenersparnis durch LED-Leuchtkörper

In der Gemeinde Karlstein werden 360 Leuchtkörper auf LED umgestellt, die Kosten dafür belaufen sich auf rund 300.000 Euro. Dafür gibt es eine Förderung von rund 47.000 Euro, den Rest finanziert die Gemeinde mit einem Darlehen über 250.000 Euro, das bei der Hypobank aufgenommen wird. Die Vorarbeiten für dieses Projekt, das im Nachtragsvoranschlag berücksichtigt wird, laufen. Wann die neuen LED-Lampen montiert werden, ist noch nicht fix. Dieses Projekt sei gerade in Zeiten der hohen Stromkosten enorm wichtig. „Wir ersparen uns damit zwei Drittel der Stromkosten, in 15 Jahren sollte sich dieses Investition refinanziert haben, bei den hohen Strompreisen vermutlich schon früher.“ Der Beschluss erfolgte mit zwei Stimmenthaltungen seitens der SPÖ und einer Gegenstimme der FPÖ.

Weitere Darlehen wurden ebenfalls bei der Hypobank aufgenommen. 360.000 Euro sind für die Errichtung einer Kleinkläranlage und den Schmutzwasserkanal in Eggersdorf erforderlich. „Das ist ein Selbstläufer, die Abwasserentsorgung muss sich ja selbst finanzieren“, betont Bürgermeister Walch. Auch hier stimmte Gemeinderat Friedrich Rammer-Jircek dagegen.

Weiters werden 150.000 Euro für die Errichtung einer Trinkwasserzuleitung von Griesbach nach Goschenreith benötigt. Die Gemeinde übernimmt die Zuleitung, für das Wasserleitungs-Ortsnetz in Goschenreith sorgt die Wassergenossenschaft. Damit eine Trinkwasserversorgung auch in Zukunft gewährleistet werden kann, soll von Goschenreith weiter bis nach Eggersdorf und zur EVN-Wasservorgungsanlage in Speisendorf eine Verbindungsleitung errichtet werden.

Beschlossen wurde weiters die Errichtung einer Abwasserentsorgungsanlage in der Katastralgemeinde Thures. Mit der Planung und Ausschreibung dafür wurde das Tech nische Büro Kobald aus Baden betraut, die Kosten dafür be laufen sich auf rund 27.000 Euro. Bisher gibt es in dieser Ortschaft nur einen Regenwasserkanal. „Nun bekommt unsere letzte Katastralgemeinde auch einen Schmutzwasserkanal“, betont der Bürgermeister. Baustart soll im kommenden Jahr sein.

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