Gefäß in Galerieraum gibt Rätsel auf. 70 Traubenwäscher werden in der aktuellen Ausstellung des Heimatmuseums gezeigt. Selbst Sammler Paul Richter kennt die genaue Funktion der Gefäße nicht.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 25. August 2019 (06:52)
G.M.
Obfrau Gerda Kohlmayr mit Sammler Paul Richter und Bürgermeister Manfred Wühl bei der Ausstellungseröffnung „Traubenwäscher“.

„Was bitte ist ein Traubenwäscher?“ Diese Frage stellten sich nicht nur viele Besucher der Ausstellungseröffnung am Samstag im Galerieraum des Heimatmuseums Kautzen, sondern auch der Sammler Paul Richter aus Tiefenbach selbst, als er vor zirka 40 Jahren das erste Mal mit einem derartigen Gefäß konfrontiert wurde.

Das Erbstück seines damaligen Nachbarn samt der Bewertung des Dorotheums entfachten schlagartig sein Interesse und eine Leidenschaft für Traubenwäscher. Zwei Dinge bewogen ihn, zum Sammler zu werden. Die Schönheit und die Ästhetik und die Nutzlosigkeit der Objekte. Denn heute weiß kaum jemand noch, wie und wozu ein Traubenwäscher verwendet wurde. Paul Richter ist jedenfalls seit damals auf Flohmärkten unterwegs, um die begehrten Antiquitäten zu finden, und kann inzwischen stolze 55 Stück sein Eigen nennen.

Die Objekte der Sammlung umschließen einen Zeitraum von etwa 70 Jahren und sind mit 15 weiteren Leihgaben in der Ausstellung zu sehen. Ein Traubenwäscher besteht aus Glas, das fast immer in der stilisierten Form einer Traube mit großen Abweichungen und in verschiedenartigsten Glasarten ausgeführt ist. Die Metallgestelle sind meist versilbert, vernickelt oder verchromt. Bei manchen Objekten gehört außerdem eine in verschiedensten Formen ausgeführte Traubenschere dazu.

Vermutete Verwendungen sind: Die Trauben wurden in gewaschenem Zustand vorgelegt, mit der Traubenschere die Rispen abgelöst und in dem mit Wasser gefüllten Traubenwäscher durch kurzes Eintauchen noch einmal vor dem Verzehr gewaschen. Oder er diente nur zur Präsentation der gewaschenen, nassen Trauben.

Die Ausstellung ist bis 22. September jeden Sonn- und Feiertag von 9 bis 16 Uhr zu sehen.