Nachhaltige Dirndln bei Wettbewerb eingereicht. Andrea Wettstein aus Plessberg nahm bei „nachhaltig.DIRNDL“ mit zwei Modellen teil. Jacquardstoffe stammen aus Dietmanns.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 25. September 2020 (05:51)
Andrea Wettstein (2. von rechts) mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und den beiden Models Elisabeth Wettstein und Katrin Hengst, die die Dirndln vorführten.
Volkskultur NÖ/Daniela Matejschek

Die Sieger des Wettbewerbs „nachhaltig.DIRNDL“ wurden von der Volkskultur Niederösterreich ausgezeichnet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die den Wettbewerb initiiert hatte, übergab die Preise und Urkunden im idyllischen Garten der Kunst- und Musikschule St. Pölten bei der ehemaligen Villa Voith.

Schneidermeisterin Andrea Wettstein aus Plessberg war mit dabei. Sie reichte zwei Dirndln ein: das Modell „Afoch Blau“ mit einem traditionell gezogenen Brustteil und das Exemplar „Woid und Wiesn“ mit eingesetztem Latz und aufwendiger grüner Stickerei.

„Da ich schon seit 20 Jahren selbstständig bin und viele Dirndln fertige, war das ein Ansporn mitzumachen“, erzählt Andrea Wettstein, „Nachhaltigkeit wird bei mir sowieso immer groß geschrieben, denn ich arbeite mit den tollen Stoffen der Firma Jil-Silk aus Dietmanns. Diese entsprechen dem Ökotex-Standard, darum ist deren ökologischer Fußabdruck sehr klein.“

Zwei Dirndln aus edlem Jacquardgewebe eingereicht

Die zwei eingereichten Dirndln bestehen aus edlem Jacquardgewebe. „Afoch Blau“ erinnert an die Freiheit im Waldviertel, an die unzähligen Teiche mit glitzernden Fischen und die nicht enden wollenden weiten Landschaften. Traditionen und Moderne werden vereint. „Woid und Wiesn“ widerspiegelt die grünen Oasen des mystischen Waldviertels auf elegante Art und Weise.

Alle 42 teilnehmenden Modelle wurden in einer Modenschau präsentiert. Von einer Fachjury wurden in den Kategorien Schneiderinnen und Schülerinnen je fünf Gewinner ausgezeichnet.

Andrea Wettstein nähte im Lockdown Schutzmasken

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratulierte allen Teilnehmern: „Die Vielfalt der Modelle mit Nachhaltigkeit zu kombinieren ist die logische Konsequenz unserer Zeit. Denn ein handgefertigtes Dirndl ist nicht nur klimafreundlich, sondern auch Ausdruck von Kreativität, Können und Heimatbewusstsein.“ Andrea Wettstein stattet mit ihrer Mitarbeiterin auch viele Vereine mit Trachten aus.

Von Krise getroffen

Die Corona-Krise trifft auch sie. Nach einem dreiwöchigen Stillstand im Lockdown hat sie Schutzmasken genäht. Die derzeitige Auftragslage beschreibt sie eher als durchwachsen.