Waidhofen/Thaya ist bei E-Autos top. Bei Kleinwagen geht Trend zum Benziner, Diesel vor allem in SUVs.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:32)
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Klimasünder, Dieselkrise, laufende Gesetzesänderungen – die Zeiten für das liebste Fortbewegungsmittel der Menschen waren schon einmal einfacher. Die Zahlen der Neuzulassungen steigen nach schwierigen Jahren aber weiter. 2019 wurden im Bezirk Waidhofen 866 Pkw neuzugelassen (2018: 831).

Dabei legt auch der zuletzt etwas in Verruf geratene Dieselmotor wieder zu. 40,5 Prozent der Neuzulassungen haben Dieselantriebe. Die Dieselkrise also überstanden? „Im SUV-Bereich gibt es nach wie vor 80 bis 90 Prozent Dieselmotoren“, schildert Manfred Dietrich, Verkaufsleiter im Autohaus Dobersberg (Land Rover, Ford). „Kleinwagen-Käufer tendieren eher zum Benzinmotor. Die Kunden waren natürlich verunsichert, wir haben viele Gespräche geführt. Am Diesel führt aktuell aber noch kein Weg vorbei.“

"Der Konzern will sich stark auf Plug-in-Hybride spezialisieren."

Anders sieht‘s Alexander Lirnberger vom Mitsubishi Autohaus Lirnberger in Waidhofen. „Der Trend geht vom Diesel weg“, sagt er. „Einerseits zum Benzin, andererseits sind Plug-in-Hybride stark im Kommen.“ Bei Mitsubishi gibt es Dieselmotoren überhaupt nur mehr für die großen Gefährte wie den Pick-up L200 – auch SUVs werden nur mehr mit Benzinmotoren und Hybrid ausgestattet. „Der Konzern will sich stark auf Plug-in-Hybride spezialisieren.“

Mitsubishi war vor zehn Jahren auch einer der Vorreiter auf dem Elektroauto-Sektor. An der heutigen Vorreiterrolle des Bezirks Waidhofen in diesem Bereich hat die Marke aber kaum mehr einen Anteil. 4,2 Prozent der neuzugelassenen Autos fahren im Bezirk mit Strom – einen größeren Anteil gibt‘s in ganz Niederösterreich nicht (mit 3,8 Prozent liegt Gmünd hier auf Rang zwei).

Bis 2022 will auch Land Rover auf den Elektro-Zug aufspringen, erklärt Manfred Dietrich, bisher gibt‘s elektrisch nur in Verbindung mit Verbrennungsmotoren. „Seit zwei Jahren gibt es schon Plug-in-Hybride für den Range Rover, jetzt kommen Evoque und Discovery dazu, demnächst der Defender. Auch bei Ford tut sich viel.“

Alexander Lirnberger sieht Trend zum Benziner und Hybrid. Manfred Dietrich: „Am Diesel führt aktuell noch kein Weg vorbei.
Schwab; Jöch

Was die Zukunft bringen wird, da gehen die Meinungen der Autohändler alle in dieselbe Richtung. Neben Elektroantrieben werden vor allem auch Hybrid-Motoren (besonders in der Plug-in-Variante) immer mehr werden. „Vor allem beim Hybrid hängt viel von der Weiterentwicklung ab, wobei bei allen Elektromotoren auch immer der Lithium-Gewinn und der Kobalt-Abbau für die Akkus ein Thema sind“, sagt Dietrich. „Moderne Dieselmotoren nach der Euro-6-Norm sind äußerst umweltfreundlich. Abwarten muss man aber auch, wie das mit der CO 2 -Steuer wird.“

Bernhard Hofstetter vertritt in seinem Autohaus die Marken Opel und Kia. „Der Trend bei Kleinwagen liegt bei uns eindeutig bei Benzinmotoren. Diesel wird eher für Langstrecken und großvolumige Fahrzeuge eingesetzt“, erzählt Hofstetter. Er sieht in Zukunft einen Elektro-Auto-Anteil von 15 bis 20 Prozent. Während Kia bereits konkurrenzfähige E-Autos im Programm hat, kommen die Opel-Modelle bis Mitte bzw. Ende des Jahres auf den Markt. Dabei wird es auch Hybrid-Modelle geben. Er verkaufte im Vorjahr vier E-Autos der Marke Kia. „Ein Interesse an neuen Elektro-Opel-Modellen gibt es immer wieder, wie hoch jedoch dann die Kaufkraft ist, wird sich herausstellen“, meint Hofstetter.

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