AnnoLignum Waidhofen: Film-Reihe wird fortgesetzt

Wanderkino wandert auch durch Waidhofen. Noch fünf Filme bis April.

Erstellt am 11. Januar 2022 | 14:15
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8264562_wai02wt_eu_xxl_film_annolignum.jpg
Fünf EU XXL-Filmabende des Handball-Clubs sollen heuer noch bis April stattfinden.: Markus Führer und Othmar Schlager am Bild.
Foto: Gerald Muthsam

Das Wanderkino des 21. Jahrhunderts, EU XXL Die Reihe, machte am Freitag wieder im AnnoLignum Halt. Wobei der Begriff Wanderkino auch für die Austragungsorte in Waidhofen selbst zutrifft.

Der Union Handball-Club Waidhofen veranstaltet seit sieben Jahren die Filmabende in der Stadt. Begonnen wurde in der Ruby-Passage, danach wechselte man in den Saal der Raiffeisenbank. Zwischendurch war man im Folkclub Igel, jetzt hat man die Holzerlebniswelt AnnoLignum Blumberger mit Wohnzimmeratmosphäre als Heimat gefunden.

Vorige Saison durch Corona stark beeinträchtigt

„Ich kam erst 1997 nach Waidhofen, also kurz nachdem das Kino seine Pforten schloss“, erzählt Otmar Schlager vom Handball-Club. „Weil es in der Stadt seitdem kein Kino gibt, wollen wir Filme anbieten. Leider wurde die Film-Saison 2020/21 durch Corona stark beeinträchtigt. Heuer sollen noch bis April fünf Filmabende stattfinden.“

Mercedes Echerer hat 2003 EU XXL FILM ins Leben gerufen – ein Forum zur Förderung, Vermittlung und Verbreitung des europäischen Films. Die Reihe erfüllt mit dieser Initiative einen erfreulichen und vor allem nachhaltigen Kulturauftrag. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern - das sind Gemeinden, Kulturcafés, Büchereien, Vereine - werden in allen Bundesländern sehenswerte Filme aus ganz Europa gezeigt. Europäische Filme werden direkt dorthin gebracht, wo ihr Publikum zu Hause ist.

Film erzählt unaufgeregt und ganz leise

Am Freitag wurde der Film „Zärtlichkeit“ gezeigt. Der Film erzählt ganz leise und unaufgeregt von einer Reise des seit 15 Jahren geschiedenen Paares Frans und Lisa. Als ihr Sohn Jack nach einem Snow boardunfall in einer weit entfernten Klinik operiert werden muss, entschließen sich die beiden, ihn in den französischen Alpen abzuholen. Trotz der langen Trennung stoßen sie sofort auf ihre Unterschiedlichkeiten. Doch jetzt können sie viel gelassener damit umgehen. Jeder lebt in einem neuen Leben, doch das hindert sie nicht, einander mit Wohlwollen und Sympathie zu begegnen.

Zeugenaussage half bei Prozessen gegen Mafia

Die nächste Filmvorführung ist am 21. Jänner, 20 Uhr. Zu sehen sein wird „Il Traditore - als Kronzeuge gegen die Cosa Nostra“. In den frühen 1980er-Jahren tobt ein Krieg im Inneren der sizilianischen Cosa Nostra. Das hochrangige Mafiamitglied Tommaso Buscetta taucht in Brasilien unter, während in seiner Heimat die Fehden zwischen den Clans wüten.

Aufgespürt, verhaftet und nach Italien ausgeliefert, trifft der bis dato loyale Gefolgsmann die Entscheidung, gegenüber dem Untersuchungsrichter Giovanni Falcone das Schweigegelübde zu brechen, das er mit dem Beitritt in die sizilianische Cosa Nostra ab gelegt hat. Seine Zeugenaus sage hilft bei der Verurteilung Hunderter Angehöriger der Cosa Nostra in Italien und den USA während der sogenannten Maxi-Prozesse.