Knoedel, ein Wunder und Waidhofens Igel. Die Band "Knoedel" ist nicht unbekannt in der Stadt, aber war dort lange nicht zu sehen. Sie pausierte, aber die Filmmusik zu "Das Wunder zu Wörgl" entzündete ihr Comeback - und zu einer Tour, die das Folkclub-Lokal nicht auslässt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 01. Dezember 2019 (20:20)

Wer 1994 am Musikfest war, hat vielleicht den ersten Auftritt von „Knoedel“ in der Stadt erlebt. 2019 sind sie nun zu Gast im Folkclub-Lokal „Igel“ - genau 25 Jahre später. 

1993 noch traten einige der Musik-Studierenden in Dirndl oder Lederhose auf und ihr Musik-Stil erhielt das Etikett „Neue Volksmusik“. Oder, wie es Folkclub-Obmann Herbert Höpfl am Samstag (30. November) formuliert: „Das war die Zeit, in der Volksmusik mit einem X geschrieben wurde.“ Ein Hype brach mit Hubert von Goisern oder Attwenger aus.

Nicht viele Gemeinsamkeiten mit Volksmusik

Die Betitelung behagte Komponist Christof Dienz schon damals nicht unbedingt. „Wir spielen mit diesem Instrumentarium und was uns verbindet, ist der Unterhaltungswert, aber sonst gibt es nicht viele Gemeinsamkeiten“, erklärt er vor Konzertbeginn. „Knoedel“ habe aber von diesem Hype profitiert.

Acht Jahre nach der Gründung (1992) war dann die Luft raus.
Man pausierte, ging beruflich andere Wege, pflegte aber die Freundschaft untereinander – und dann kam der Film „Das Wunder von Wörgl“. Dienz schrieb die Filmmusik dazu – und „Knoedel“ musizierte dafür nach 17 Jahren wieder gemeinsam. Was war das für ein Gefühl?

Comeback war "aufregend"

„Wir hatten fast nur einen Tag für die Proben und Aufnahmen gehabt, viel eher aufregend war unser erster Bühnenauftritt“, erklärt Dienz. Festivalleiter Albert Hosp fragte, ob „Comeback“ und „Premiere“ nicht gut zusammenpassen würden, schon zählte „Knoedel“ 2018 zu den Highlights bei „Glatt & Verkehrt“ in Krems. Ö1 übertrug live. „Das war lässig“, lächelt Dienz.

„Still“, das neue Album, erschien im Mai und die Hälfte der Songs sind im Igel zu hören, ergänzt mit älteren Liedern. Die Instrumente (wie Zither) verleihen etwas Bodenständiges, aber die Kompositionen sind in einem erfrischenden Crossover eingetaucht. Mal entschwebt man, mal geht der Rhythmus ins Blut über.

Songs über Schiltern-Nachbarin und Bach

Der Song „Frau Hilda“ ist der Nachbarin in Schiltern gewidmet, deren Tod den Musikern ins Herz ging. „Nah am Bach“ ruft die größte Begeisterung beim Publikum hervor. Nicht das Gewässer inspirierte zum Lied: „Das ist unsere Auseinandersetzung mit Johann Sebastian Bach“, erläutert Dienz auf der Bühne.

Die Besetzung änderte sich nicht. „Bis auf eine Geige“, erklärt der Fagottist und Zitherspieler. „Dafür haben wir ein Schlagwerk.“ Charlie Fischer greift hierfür schon mal zu einem Kochtopf oder zu Weinflaschen; mit ihm sind Songs neu arrangiert zu hören. „Für uns war das eine Hetz, alte Lieder im neuen Gewand zu spielen,“ ergänzt Dienz. 

Überhaupt ist die „Knoedel“-Spielfreude spürbar, sichtbar und hörbar.
Nächster Auftritt: morgen (2. Dezember) im "Porgy&Bess", Wien.