Neuauflage für ÖVP-FPÖ in Waidhofen?. Für Gottfried Waldhäusl (FPÖ) ist Zusammenarbeit mit ÖVP denkbar. ÖVP, SPÖ und IG wollen sich noch auf keine Wunsch-Koalitionen festlegen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:57)
Foto links: Robert Altschach (ÖVP) spürt positive und konstruktive Stimmung. Foto rechts: Gottfried Waldhäusl (FPÖ) kann sich Zusammenarbeit mit ÖVP vorstellen.
NÖN-Archiv

Die ersten Sondierungsgespräche für mögliche Koalitionen in der Bezirkshauptstadt haben stattgefunden.

Nach einem Gepräch zwischen ÖVP und FPÖ am Montagabend gibt es erste Hinweise, dass die beiden Parteien wie schon 2015 eine Zusammenarbeit anstreben könnten. Eine Neuauflage von Schwarz-Blau in Waidhofen trotz belasteter Vorgeschichte?

Konstruktives Gespräch

„Wir hatten ein sehr konstruktives Gespräch auf Augenhöhe, bei dem auch die Punkte aus der Vergangenheit angesprochen wurden. Ich habe einen sehr positiven Eindruck mitgenommen“, sagt FPÖ-Spitzenkandidat Gottfried Waldhäusl. Ausgehend von diesem Gespräch sei für ihn eine Zuammenarbeit mit der ÖVP vorstellbar: „Inhaltlich haben wir mit der ÖVP die größte Überschneidung. Ich habe beim Gespräch gespürt, dass es der Partei um Waidhofen geht, dass man für Waidhofen arbeiten will.“

SPÖ für Waldhäusl „Zweitbester“

Die „nächstbeste Wahl“ für Waldhäusl wäre die SPÖ, wo man beim für die FPÖ wichtigen Siedlungsprojekt Heimatsleitn ebenso eine Übereinstimmung hat wie mit der ÖVP. Schwieriger würden sich die Verhandlungen mit der IG Waidhofen gestalten: „Hier müssten wir einige Punkte bezüglich der Heimatsleitn diskutieren“, stellt Waldhäusl, der inzwischen mit allen Fraktionen gesprochen hat, klar.

Zweite Verhandlungsrunde geplant

Der nächste Schritt für ihn wird nun eine zweite Verhandlungsrunde mit der ÖVP sein, wo es dann noch einige Dinge auszuverhandeln gilt. Als fix bezeichnet Waldhäusl eine Koalition mit den Schwarzen natürlich noch nicht. Auch über Details wie die Zahl der Stadträte sei noch nicht gesprochen worden.

Altschach: „Habe noch keine Präferenzen"

ÖVP-Spitzenkandidat Robert Altschach will sich noch auf keine Präferenzen festlegen. „Die Gespräche mit FPÖ und SPÖ waren alle von einem positiven Klima geprägt. Alle Beteiligten zeigten sich positiv und gesprächsbereit. Ich hoffe, dass diese positive Stimmung – der neue Stil, den ich mir wünsche – auch auf Dauer erhalten bleibt“, sagt Altschach, der nun noch mit der IG reden muss. Erst wenn er mit allen Fraktionen gesprochen hat, sei es möglich, über eine konkrete Zusammenarbeit zu reden.

IG will noch nicht spekulieren

Die IG Waidhofen ist mit ihren Verhandlungen noch nicht so weit fortgeschritten. Die Gespräche mit ÖVP und SPÖ stehen noch aus, daher will Spitzenkandidat Martin Litschauer auch noch nicht über Koalitionsvarianten spekulieren: „Zuerst wollen wir uns alle Fraktionen anhören. Dann sehen wir weiter.“ Das Gesprächsklima mit der FPÖ sei nicht schlecht gewesen, allerdings sei noch nichts Konkretes im Hinblick auf eine Zusammenarbeit besprochen worden.

Kann Litschauer Stadtrat werden?

Martin Litschauer (IG) muss noch mit ÖVP und SPÖ reden.
C. Dusek

Es geht für mich im Wesentlichen darum, wo man das Meiste bewegen kann. Wir haben einen ziemlich starken Wählerauftrag erhalten, wo wir den Finger in die Wunden gelegt haben. Wir müssen den vernünftigsten Weg finden, nicht den einfachsten“, stellt Litschauer klar. Ob er für die IG als Stadtrat in den Gemeinderat einziehen wird, ist noch offen. Da er keinen Hauptwohnsitz in Waidhofen hat, kann er aus heutiger Sicht dieses Amt gar nicht übernehmen. Es sei aber noch zu früh, um über personelle Entscheidungen zu reden. „Vielleicht gehe ich in den Prüfungsausschuss“, verrät Litschauer eine Option.

SPÖ hält sich zurück

Patrick Neuwirth (SPÖ) will noch keine Details verraten.
NOEN

Zurückhaltend zeigt sich derzeit noch die SPÖ. „Wir hatten Gespräche mit der ÖVP und der FPÖ. Am Samstag reden wir mit der IG. Wir haben vereinbart, noch keine Gesprächsinhalte rauszugeben“, gibt sich SPÖ-Spitzenkandidat Patrik Neuwirth wortkarg.

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