Euphorische Vergangenheit. Über die aktuelle Situation bei Horn und Erinnerungen an bessere Zeiten.

Von Bernd Dangl. Erstellt am 07. April 2021 (00:54)

Das 2:4 gegen Dornbirn war der Tiefpunkt einer bisher verkorksten Rückrunde beim SV Horn. Tabellenletzter, schwache Performance, kein Aufbäumen, daher keine Euphorie. Richtige Euphorie gab‘s zuletzt in der Trainer-Ära von Michael Streiter (siehe Story S. 66/67). Aufstieg, offensiver Top-Fußball, dazu Kicker a la Stankovic, Zulechner, oder Gotal. Die Fans waren verrückt nach Horn. „Michi hier, Michi da“ – Streiter war der Liebling der Massen und wurde trotz Erfolges entsorgt. Aus sportlicher Sicht der größte Fehler Horns im vergangenen Jahrzehnt.

Es folgte ein Zick-Zack-Kurs. Horn mutierte zur Fahrstuhlmannschaft zwischen Ostliga und 2. Liga. Dadurch – und durch Image-Bauchklatscher (Stichwort: Japaner!) büßte man kräftig an Zusehern ein. Der Schnitt von 1.527 (Saison 12/13) zu 709 (Saison 18/19) sagt alles. Die Euphorie von damals zeigt aber: Das Fan-Potenzial für die Zeit nach Corona ist da. Es muss nur abgerufen werden. Durch Erfolge am Rasen, vor allem aber durch kämpferische Top-Leistungen. Anders gesagt: Durch genau das Gegenteil, das aktuell geboten wird.