Das wache Auge des Nachbarn. Über Kritik, die ärgert, aber auch Ideen anregen kann.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 18. September 2019 (04:30)

Nachbarn beweisen stets wache Augen, ob sie immer erwünscht sind, ist eine andere Frage. Dass von einer unansehnlichen Müllhalde auf der Ostseite des Stadtsaals die Rede ist, ärgert den Pächter zuerst, dann muss er aber lachen: So sieht es ja immer aus, halb so schlimm!

Den Anrainer stören die aufgefädelten Mülltonnen, der Lagercontainer und ein Verkaufshütterl: Das lässt den Pächter nur den Kopf schütteln. Die Leute haben offenbar keine anderen Sorgen, sagt er. Das große Ganze im Auge zu behalten, fällt oft tatsächlich schwer.

Die Gastronomie ist innerhalb von 50 Jahren geschrumpft, die Nachfolge-Suche fällt schwer. Dass ein junger Pächter für den Stadtsaal gefunden wurde, ist keine Selbstverständlichkeit. Kritik darf man trotzdem äußern. Das ist legitim und könnte zum Nachdenken bringen. Wenn die Stadt über einen Zubau für den Stadtsaal nachdenkt, kann sie gleich an eine Mülltonnenbox denken. Vielleicht eine Idee für ein Nachbarschaftsprojekt.