Die Krux mit den „Heurigen“. Über die Erdäpfel-Größe, die heuer ins Gewicht fällt.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:44)

Wenn man hört, dass Landwirte ihre Erdäpfel nicht verkaufen können, weil sie heuer zu groß ausgefallen sind, dann fragt mich sich: Warum nur? Nimmt der Supermarkt keine Speisekartoffeln, die zu groß sind?

Die in EU-Richtlinien festgelegten Größennormen (Stichwort: Gurkenkrümmung) sind nur allzu gut in Erinnerung. Keine gesetzlichen, aber vertragliche Regelungen gibt Bauernkammer-Obmann Nikolaus Noé-Nordberg als Grund an, warum den Bauern gerade die üblichen Abnehmer wegbrechen. Die Vereinbarung sei nötig, damit zum Beispiel in der Gastronomie die Kartoffel maschinell geschält werden kann. Das ist bitter, ist doch heuer die Ernte in Qualität und Quantität im Bezirk gut ausgefallen.

Und das zeigt, wie abhängig der Bauer von Marktmechanismen ist, die infolgedessen den Preis steuern. Wie man ihn in dieser misslichen Lage unterstützen kann? Indem man direkt bei ihnen kauft, dann werden solche Richtlinien und Vertragsbestimmungen abgeschwächt.