Waidhofens Bürgermeister Altschach fällt bis Herbst aus. Bürgermeister Robert Altschach dürfte voraussichtlich bis September nicht im Amt sein. Gottfried Waldhäusl (FP) und Franz Pfabigan (SP) befürchten völligen Stillstand.

Von Michael Schwab. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:19)
Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) fällt krankheitshalber aus.
privat

Spekuliert wurde in der Bezirkshauptstadt schon länger – nun gibt es Gewissheit: Bürgermeister Robert Altschach (ÖVP) dürfte krankheitsbedingt länger ausfallen, voraussichtlich bis September.

Schon bei der Gemeinderatssitzung am 10. Juni war der Bürgermeister entschuldigt, und Vizebürgermeister Martin Litschauer (IG) leitete die Sitzung. Nun führt Litschauer bis auf Weiteres die Amtsgeschäfte. Für die NÖN war Altschach nicht erreichbar.

Kein Rücktritt

Gerüchte, denen zufolge Altschach aus gesundheitlichen Gründen an einen Rücktritt denke, weist Litschauer zurück: „In diese Richtung ist mir nichts bekannt. Der Bürgermeister ist im Krankenstand, und solange dies der Fall ist, führe ich, wie laut Gemeindeordnung vorgesehen, die Amtsgeschäfte“, stellt Litschauer klar. Er stehe in ständiger Abstimmung mit den Stadträten, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.

Ausfall kann Monate dauern

ÖVP-Stadtrat Thomas Lebersorger bestätigt, dass sich Altschach einer längeren Behandlung unterziehen muss: „Er wird uns voraussichtlich bis September politisch nicht zur Verfügung stehen. Robert Altschach muss jetzt auf seine Gesundheit achten, und man muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser Umstand ein paar Monate andauern kann.“ In dieser Situation habe sich die Kompetenzübertragung an die Stadträte schon bewährt, stellt Lebersorger fest.

Jeder Stadtrat könne in seinem Ressort eigenverantwortlich arbeiten, und Vizebürgermeister Litschauer vertrete die Gemeinde nach außen hin. „Wir als ÖVP vertreten den Bürgermeister als Team, da stellt sich niemand vorne hin“, stellt Lebersorger klar. Ein Rücktritt Altschachs sei kein Thema.

Kritik kommt von FPÖ-Stadtrat Gottfried Waldhäusl: „Einen Bürgermeister zu vertreten, heißt Entscheidungen zu treffen und sich Zeit für die Anliegen der Bevölkerung zu nehmen. Das funktioniert in Wirklichkeit nicht. Wir kommen vom Stillstand in den Winterschlaf, und ich hoffe, dass Altschach bald wieder im Amt ist.“

SPÖ nicht offiziell informiert

Auch SPÖ-Gemeinderat Franz Pfabigan fürchtet den Stillstand bei wichtigen Projekten. Dazu komme noch, dass seine Fraktion bis jetzt nicht einmal offiziell über den längeren Krankenstand und den Umgang damit informiert worden sei.