Vorrang für Kröte und Co. im Bezirk Waidhofen/Thaya. Jährlich sterben hunderttausende Amphibien auf den Straßen. Naturschutzbund hilft mit Straßenmeistereien und Ehrenamtlichen. Auch zwei Teams im Bezirk unterwegs.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 06. April 2021 (17:14)

Jedes Jahr sterben hunderttausende Amphibien auf Niederösterreichs Straßen. Alle 20 in Niederösterreich vorkommenden Amphibienarten finden sich auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. „2009 hat der Naturschutzbund NÖ die Vision formuliert, dass in 20 Jahren keine Amphibien mehr auf ihrer Wanderung auf Niederösterreichs Straßen sterben sollten“, erzählt Gebietsbetreuer Axel Schmidt. „Zehn Jahre später sind wir noch weit davon entfernt, allerdings konnten wir Wesentliches zum Amphibienschutz an Straßen beitragen.“

Das Aufstellen und Betreuen von Schutzzäunen ist eine Möglichkeit, um die Amphibien während der Laichwanderung vor dem Straßentod zu bewahren. Im Bezirk gibt es zwei Teams, die solche Schutzzäune gemeinsam mit der Straßenmeisterei betreuen. Eines rund um Sonja Bierwolf beim Samplteich bei Artolz und eines rund um Eveline Christian beim Stadtteich Waidhofen Richtung Brunn.

Begeisterung für Amphibien. Wenn man das Waidhofner Team mit Eveline Christian, Anita und Helmut Bauer und Andrea Röglsperger bei ihrem Einsatz besucht, erlebt man ansteckende Begeisterung für Amphibien. Man freut sich über jedes Tier, das man über die Straße bringen kann und ganz besonders über seltene Exemplare wie die Knoblauchkröte. Die Ehrenamtlichen wechseln sich in ihren Einsätzen ab. Am Morgen übernimmt die Straßenmeisterei die Kontrolle der Zäune und Übersetzungen der Tiere.

Am Abend macht dies ein freiwilliger Helfer. Derzeit sucht das Team in Waidhofen nach weiteren Freiwilligen. Der Einsatz beschränkt sich auf maximal eine Stunde Tätigkeit am Tag, circa zwei Mal in der Woche – je nach Anzahl der Helfer. „Ich möchte ganz besonders der Straßenmeisterei Waidhofen mit Martin Hiemetsberger und seinem Team für die Zusammenarbeit danken“, ist es Eveline Christian ein Anliegen. „Sie errichten auch die Zäune und stellen die Warnschilder auf. Danke auch an die Autofahrer, die entsprechend langsamer fahren.“

Geschwindigkeit reduzieren. Die Tiere kehren zum Laichen meistens zu ihren Geburtsorten zurück. Das Hauptlaichgeschehen spielt sich derzeit in einem Zeitraum von etwa vier Wochen ab. „Das Problem bei Krötenwanderungen ist, das selbst bei geringem Verkehrsaufkommen schon große Verluste entstehen“, weiß Betreuer Axel Schmidt. „Auch weil die Kröten gerne am Abend am warmen Asphalt sitzen, um sich aufzuwärmen. Die Tiere sterben nicht nur, wenn man sie mit dem Reifen überfährt, sie werden auch ab einer gewissen Geschwindigkeit auf die Bodenplatte des Autos gesogen und streben durch den Aufprall. Darum ist die Reduzierung der Geschwindigkeit ganz wichtig.“