Pollmann GmbH: Suez & der Rohstoffmangel. Pollmann hat nicht nur pandemiebedingt Herausforderungen zu bewältigen, spürbar war für den Betrieb auch die Suezkanal-Blockade. 520 Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. September 2021 (04:08)
440_0008_8179965_wai33ruw_bild_3_produktionsgeb_ude_poll.jpg
Pollmann-Produktionsgebäude.
Kurt Hörbst

380 Mitarbeiter der Pollmann Austria GmbH befinden sich seit dem 1. August in Kurzarbeit, seit 1. September sind 140 Mitarbeiter der Pollmann International GmbH dazugekommen. Diese Phase werde voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern, gibt Ernst Wurz, Personalleiter des Betriebes bekannt. „Wenn es die Auftragssituation und die Kundenbestellungen erlauben, dann ist auch ein vorzeitiger Ausstieg geplant“, erklärt Wurz. Beide Standorte in Karlstein und Vitis sind betroffen.

Das Kurzarbeitsmodell liegt zwischen 50 und 80 Prozent

„Im August betrug die Arbeitsleistung 76 Prozent.“ Der Kurzarbeitswert liegt also bei 24 Prozent. Die Ursache liege im Rohstoffmangel, „speziell im Bereich Computerchips gibt es massive Lieferengpässe“, erläutert Josef Bauer, Geschäftsführer der Pollmann Austria GmbH. „Das führt zu deutlich reduzierten beziehungsweise verschobenen Bestellungen von unseren Kunden und den Automobilherstellern“, erklärt Bauer. „Die große Herausforderung ist es, die gesamte globale Lieferkette zu planen und vor allem Rohstoffe und deren Menge einzukaufen, welche erst im Herbst oder Anfang 2022 benötigt werden.“

Pollmann hatte in der Corona-Pandemie Herausforderungen zu bewältigen: „Im zweiten Quartal 2021 hatten wir Ausfälle bei Kundenbestellungen zu verzeichnen. Hauptursache war der Mangel an Kunststoffgranulat.“ Der Betrieb war auch durch die Blockade des Suezkanals betroffen. Das Frachtschiff „Ever Given“ havarierte, die Durchfahrt war für sechs Tage gesperrt und sorgte für einen Schiffsverkehr-Stau am Meer.

Eine der Herausforderungen derzeit ist es für das Unternehmen, „den qualifizierten Mitarbeiterstand über den Verlauf der Pandemie und den Rohmaterialengpässen zu halten, um für den kommenden Aufschwung gerüstet zu sein“, erläutert Bauer. Aber: „Wir haben die Hoffnung, dass noch dieses Jahr eine Besserung eintreten wird. Bei den Autoherstellern liegen aktuell genügend Bestellungen vor“, sagt er. „Manche Lieferzeiten betragen zwischen sechs bis zwölf Monate!“