Bauland in Hülle und Fülle im Bezirk Waidhofen/Thaya. Im Bezirk Waidhofen ist Bauland günstig wie kaum anderswo. Eine Gemeinde hält sogar den Österreich-Rekord.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:39)
Leistbarkeit von Baugrund in NÖ
Quelle & Karte: OGM

Das Waldviertel ist nach wie vor ein recht günstiges Pflaster. Gerade im Niederösterreich-Vergleich sind Baugründe hier meist günstig wie kaum anderswo. Für Häuslbauer ein extrem wichtiges Argument, da der Bau an sich schon genug Geld kostet. Ein Grundstück mit Wiennähe ist für viele gar unleistbar, wenn der Quadratmeterpreise schon mehrere hundert Euro ausmachen kann.

Mit Durchschnitts-Preisen von rund 17 Euro laut OGM bieten die meisten Waidhofner Gemeinden in dieser Hinsicht einen wahren Schnäppchenpreis. Das Niveau ist dabei im gesamten Bezirk recht ähnlich, mal mehr, mal weniger. Einzig Waidhofen ist als Bezirksstadt mit 39 Euro über dem Durchschnitt. Mit der Heli-Dungler-Siedlung wurde zudem erst kürzlich eine größere Siedlungserweiterung vollzogen. Von den 16 geschaffenen Bauplätzen sind dabei erst zwei vergeben. „Kapazitäten sind also ausreichend vorhanden“, betont Bürgermeister Josef Ramharter.

Am anderen Ende der Preisspanne liegt die Gemeinde Ludweis-Aigen. Der Quadratmeter liegt hier bei vier Euro. Das ist Österreichrekord. Der Grund dafür liegt laut Bürgermeister Hermann Wistrcil daran, dass bereits vor Jahren große Flächen auf einmal zum Bauland umgewidmet wurden. Diese Entwicklungsgebiete müssten lediglich schrittweise aufgeschlossen werden, sollte genügend Nachfrage da sein. „Ob wir die vier Euro noch länger halten können, ist aber fraglich. Schon die letzte Aufschließung war nicht kostendeckend mit den Gebühren“, erzählt Wistrcil.

Trotzdem wolle man die Gründe so günstig wie möglich anbieten, auch um der Abwanderung entgegenzuwirken. „Die Nachfrage ist über das vergangene Jahr wieder um einiges gestiegen“, berichtet Wistrcil. In Ludweis sind aktuell drei Bauplätze verfügbar, ehe weiter erschlossen wird. In Aigen sind noch sechs Gründe frei.

Mit hohen Bauland-Kapazitäten kann auch die Gemeinde Vitis aufwarten. „Wir haben verschiedenste Bauplätze, sowohl im Hauptort, als auch in den umliegenden Orten“, erzählt Bürgermeisterin Anette Töpfl. Mit der Erweiterung in der Feldgasse soll noch mehr Angebot geschaffen werden. Erste Reservierungen gäbe es bereits. Weiters sei noch Bauland in Jaudling, Jetzles, Heinreichs und Warnungs verfügbar.

Die Nachfrage ist dabei seit einigen Jahren ungebrochen. „Wir sehen vor allem auch den Trend, dass junge Menschen hierbleiben wollen. Insofern freut es mich sehr, dass wir auch genügend Angebot haben“, meint Töpfl. Preislich bewegt sich Vitis momentan bei 26 Euro pro Quadratmeter, die Katastralgemeinden etwas günstiger. Für die neueste Siedlungserweiterung wurde noch kein Preis festgelegt.

Freies Bauland gibt es auch im Raabser Stadtgebiet, neun Grundstücke an der Zahl. Preislich bewegt sich die Gemeinde mit 22 Euro im Rahmen der Region. Bauland in den Katastralgemeinden gibt es zwar auch, doch viel laut Bürgermeister Rudolf Mayer nur auf dem Papier.

Viel Land wird zurückgehalten

„Das Land befindet sich oft in privater Hand und steht in vielen Fällen nicht zur Verfügung. Es ist schon verständlich, dass Land für Kinder und Enkelkinder aufgehoben wird, aber insgesamt ist es natürlich schlecht, weil weniger Bauland zur Verfügung steht“, schildert er. Neue Widmungen erfolgen deshalb nur mehr mit einem Bauzwang. Nach spätestens fünf Jahren muss mittlerweile gebaut werden, sonst wird das Bauland wieder zur Grünfläche.

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