Kritik an Kleintiermarkt in Großrupprechts

Verein „RespekTiere“ beanstandet vor allem die engen Räume für Kaninchen. NÖ-Landesrat unterstützt Organisator.

Erstellt am 11. August 2021 | 05:10
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Enger Raum fürs Kaninchen: Das ist verboten, erklärt der Tierschutz-Verein.
Foto: RespekTiere

Der Verein „RespekTiere“ äußert scharfe Kritik am Kleintiermarkt Großrupprechts: Käfige, Boxen oder Schachteln seien zu eng, zum Teil werde unzureichend Wasser bereitgestellt. Organisator Walter Zwinz kann dies nicht nachvollziehen.

Es sei seine Verantwortung, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. „Ich kontrolliere deshalb immer“, erklärt er, dass er zuletzt keine Probleme beobachtet habe. „Ich bin dahinter, auch, dass überall Wasser drin ist.“ Der Tierschutz-Verein räumt ein, dass sich dies tatsächlich in den letzten Jahren verbessert hat.

Rückhalt bekommt der Organisator von Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusl: Er sei regelmäßig vor Ort und stelle fest, „dass sowohl Aussteller als auch Besucher Tierschutz mit Hausverstand leben“. Der Kleintiermarkt habe für ihn einen Mehrwert: „Die Arbeit ist familienfreundlich und zudem lernen die Kinder den Umgang mit Tieren kennen.“ Tom Putzgruber, Obmann des Vereins „RespekTiere“, erklärt: „Wir haben speziell auf die Kaninchen geschaut.“ Das Gesetz für diese Tiere sei eines der strengsten: Eine Haltung in Käfigen sei verboten, „auch wenn sie auf einem Markt ausgestellt werden“. Vorgeschrieben seien nach oben hin offene Buchten auf 6.000 Quadratzentimeter mit Rückzugsmöglichkeiten und Futterraufen.

Keine Quälerei versus Informationsdefizite

Waldhäusl verweist darauf, dass jeder Kleintiermarkt in Niederösterreich behördlich genehmigt sei und Kontrollen stattfinden. „Auch wenn es dann und wann schwarze Schafe gibt, in Großrupprechts und bei vielen anderen von mir besuchten Märkten und Ausstellungen konnte ich keine wie immer gearteten Tierquälereien orten.“ Der Verein solle die Kirche im Dorf lassen.

Putzgruber ortet das Problem nicht nur in Großrupprechts: Die Situation ist österreichweit ziemlich gleich. „In Österreich ist der Tierschutz in der Verfassung angekommen: Das sollte Konsequenzen haben und in die Köpfe der Menschen gelangen.“ Die Leute seien noch immer nicht mit den Bestimmungen vertraut: „Wir wollen das in das Bewusstsein der Leute rücken.“

Anzeige wurde laut dem Verein erstattet. Eine kurzfristige Stellungnahme seitens des Amtstierarztes konnte bis kurz vor dem Redaktionsschluss nicht eingeholt werden, wird aber nachgereicht.

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