Marchsteiner in Insolvenz geschlittert. Optimistisch / Der Pächter des Gasthauses Kainz und der Europastube glaubt fest an ein Sanierungsverfahren. Gasthäuser haben geöffnet.

Von René Denk. Erstellt am 17. Juni 2014 (08:51)

VITIS / Die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse hat für Martin Marchsteiner, Pächter des Gasthofes Kainz sowie der Europastube, Konkurs angemeldet.

Masseverwalter ist der Zwettler Rechtsanwalt Clemens Michael Schnelzer. Laut ihm sind zwölf Dienstnehmer betroffen. „Ich prüfe gerade, ob ich das Unternehmen fortführen kann“, erklärt der Masseverwalter zum aktuellen Stand der Dinge.

Zwar hätte Martin Marchsteiner einen Schuldenstand grob beziffert, jedoch will Schnelzer bis zum Ende der Anmeldefrist am 2. Juli abwarten, um sich tatsächlich ein Bild machen zu können.

Der Masseverwalter führt das Gasthaus derzeit weiter. Martin Marchsteiner will jedenfalls eine Sanierung anstreben und das müsste aus seiner Sicht auch klappen. Im NÖN-Gespräch erklärt er, dass das Gasthaus und die Europastube derzeit nach wie vor offen haben. „Die Schulden an den beiden Standorten betragen sicher nicht über 100.000 Euro, wahrscheinlich werden es so um die 70.000 Euro sein. Ein ganz geringer Teil davon entfällt dabei auf Lieferanten“, sagt Marchsteiner.

Wie es zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommen konnte? „Ich habe versucht, im Gasthaus mitzuhelfen, habe teilweise selbst gekocht und im Service mitgeholfen. Dabei habe ich leider die Buchhaltung zu viel vernachlässigt. Dabei habe ich einiges übersehen, wie Rechnungen zu schreiben“, erklärt Marchsteiner. Auch habe er nach der Übernahme zu viel Personal beschäftigt.

Marchsteiner bleibt optimistisch, denn die Auftragslage sei sehr gut: „Wir haben einen ganz starken Juli, an dem wir an jedem Wochenende ausgebucht sind. Auch im August haben wir schon einige Aufträge. Die starken Zeiten des Gasthauses kommen jetzt!“

Wie es weitergehen wird, muss der Masseverwalter entscheiden. „Ich würde mir sehr wünschen, dass uns unsere Kunden in dieser Zeit die Treue halten“, meint Marchsteiner abschließend.