Warnung vor der Fuchsräude im Raum Waidhofen/Thaya. Hunde können sich an Füchsen anstecken. Jäger mahnen Spaziergänger im Raum Waidhofen zur Vorsicht.

Von Michael Schwab. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:16)
Ein Schild warnt bei der alten Deponie in Waidhofen vor der auch für Hunde gefährlichen Fuchsräude.
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Ein Schild an einem Zaun bei der alten Deponie in Waidhofen warnt Spaziergänger mit Hunden vor der tödlichen Fuchsräude, die für Hunde gefährlich ist. „Leinen Sie ihren Hund an, um ihn nicht zu gefährden!“, warnt das rot umrandete Schild, das auch einen befallenen Kadaver zeigt.

„Es gibt immer wieder einzelne Fälle der Fuchsräude. Die Jäger bringen dann solche Tafeln an, um Hundebesitzer zu warnen“, bestätigt Bezirkshauptmann Günter Stöger. Das Risiko sei allerdings nur dann gegeben, wenn ein Hund in direktem Kontakt mit einem infizierten Fuchs kommt.

Die Fuchsräude ist eine parasitäre Hauterkrankung, die durch die Räudemilbe Sarcoptes scabiei verursacht wird und in der Regel innerhalb von drei Monaten zum Tod des Fuchses führt. Sie kann aber auch ausheilen oder ohne klinische Symptome fortbestehen. Die Erkrankung wird überwiegend durch direkten Kontakt von Fuchs zu Fuchs übertragen und ist hochansteckend. Auch Hunde können sich durch Kontakt zu Füchsen oder Fuchsbauten bzw. Hinterlassenschaften des Fuchses anstecken.

Bei Symptomen sofort zum Tierarzt gehen

Die Milben bohren Gänge zur Eiablage in die Haut, was zu massivem Juckreiz, geröteter Haut, Papeln, Pusteln und Krusten sowie zu Selbstverletzungen durch den Juckreiz führen.

Wenn man derartige Symptome an seinem Hund beobachtet, ist ein Gang zum Tierarzt erforderlich. „Man kann die Räude sowohl mit Injektionen als auch durch das Auftropfen eines Wirkstoffs behandeln“, erklärt der Dobersberger Tierarzt Siegfried Fürst. Wie häufig eine Fuchsräude bei Hunden vorkomme, lasse sich schwer sagen, da man dazu die Milben zur Analyse einschicken müsste, um die genaue Art der Räude (es gibt weitere Arten, Anm.) zu bestimmen. „Das wird in der Regel aber nicht gemacht. Man behandelt den Befall, damit ist die Sache erledigt“, sagt Fürst.

Es sei nur wichtig, rechtzeitig den Tierarzt aufzusuchen, da die Hunde sich durch den Juckreiz selbst aufkratzen und es dadurch zu Infektionen kommen kann. Bezirksjägermeister Albin Haidl stellt fest, dass die Zahl der befallenen Füchse im Vorjahr zugenommen habe. „Das ist ein Zeichen für eine überhöhte Population. Die Natur regelt das dann wieder selbst“, weiß Haidl. Ein Warnzeichen für einen Befall sei, wenn Füchse zutraulich werden und sich ins Ortsgebiet begeben.

„Wenn sie dann keine Haare am Rücken oder eine kahle Rute (Schwanz, Anm.) haben, ist das ein klares Zeichen für die Fuchsräude“, erklärt Haidl. In diesem Fall sollte man sofort den zuständigen Jagdpächter informieren, damit der befallene Fuchs abgeschossen werden kann, bevor sich eventuell Hunde an ihm infizieren. „Es ist nicht unbedingt ein direkter Kontakt zum Fuchs nötig. Ein Hund kann die Milben auch von Haarbüscheln, die der Fuchs verloren hat, aufnehmen“, warnt Haidl.