Erster Schallplattenabend seit Corona in Raabs. Wenn Friedrich Kramar seine Platten auflegt, ist er mit Herz und Seele mit von der – gut gelaunten – Partie.

Von Julia Fröhlich. Erstellt am 10. Juli 2020 (05:44)
Mit seiner Cousine Waltraud Appeltauer nutzte Gastgeber Friedrich Kramar die Gelegenheit seines ersten Schallplattenabends nach der Zwangspause, um seine allererste Schallplatte „Early Bird“ von Ándre Brasseur in seiner „Spielecke“ wieder einmal in den Plattenspieler einzulegen.
Fröhlich

„Maske runter, Platte rauf“ hieß es beim ersten Schallplattenabend der 50er, 60er und 70er Jahre nach der erzwungenen Ruhepause von Friedrich Kramar am 3. Juli im Schlossblick-Heurigen in Raabs. Nach über einem halben Jahr kamen seine Schallplatten-Tischuntersetzer endlich wieder einmal zum Einsatz und gaben seinen Gästen dabei auch noch einen Überblick über das Speiseangebot.

Erste Schallplatte im Alter von 17 Jahren erworben

Als der leidenschaftliche Koch seine erste Schallplatte „Early Bird“ im Alter von 17 Jahren erworben hatte, ahnte er noch lange nicht, wie vielen Gästen er einmal eine Freude damit bereiten würde. Über die Jahre wurden es aus einem ganz bestimmten Grund immer mehr: „Ich habe schon immer im Hinterkopf gehabt, in meinem privaten Stüberl eine Veranstaltung dieser Art auszutragen.“

Zwei Leidenschaften verbunden

Im Vorjahr hat er es dann gewagt und seinen ersten Schallplattenabend ins Leben gerufen. Seine liebevoll genannte „Spielecke“ mit all den Schallplatten hat er selbst ausgetüftelt und danach in Eigenregie gezimmert.

Damit hat Kramar es geschafft, gleich zwei seiner Leidenschaften miteinander zu verbinden: kochen und Schallplatten auflegen. „Schon meiner Mutter habe ich immer beim Zubereiten der Speisen über die Schulter geschaut und vieles gelernt“, erinnert er sich zurück. Das war auch der Grund, wieso er immer Schiffskoch werden wollte, was seine Mutter ihm aber nicht erlaubt hatte. „Ich habe den falschen Beruf gelernt und verwirkliche mich jetzt deshalb in meiner Pension“, gesteht der Schallplattenliebhaber. Alles, was auf den Tisch kommt, stammt aus seiner Küche. Das ermöglicht ihm seine Gastronomieprüfung, die er im Alter von 50 Jahren absolviert hatte.

Mehr als 4.000 Schallplatten stehen zur Auswahl

Sein Repertoire von über 4.000 Schallplatten ermöglicht es ihm, fast jeden Wunsch der Gäste zu erfüllen und Stimmung in sein Stüberl zu bringen. Natürlich hat er auch die richtigen „Ohrwürmer“ von Abba, Udo Jürgens oder Elvis Presley in petto. „Ich orientiere mich immer am Gemütszustand der Gäste, während ich eine Schallplatte nach der anderen auflege“, verrät Kramar seine Taktik, um den Abend unvergesslich zu machen.

„Diese Momente bauen mich unglaublich auf!“

Er selbst ist mit Herz und Seele von der gut gelaunten Partie und gesteht: „Diese Momente bauen mich unglaublich auf!“ Zur Feier des Tages erfüllte er sich selbst einen Wunsch und schwelgt mit „Carneval is over“ von den Seekers in Erinnerungen an ein selbst besuchtes Konzert in Nordengland, welches seine Erwartungen sogar übertroffen hat. Selbiges haben auch die zahlreich erschienenen Besucher geschafft. Zudem stellt er fest, dass Schallplatten schön langsam wieder im Kommen sind: „Immer mehr Gruppen nutzen diese altbewährte Methode, um ihre Musik zu publizieren, da Schallplatten so gut wie ewig halten.“