Museen im Bezirk Waidhofen: "Wollen etwas tun“. Der Bezirk ist bei der überregionalen Veranstaltung vertreten – auch mit zwei recht jungen Sammlungen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Mai 2019 (02:56)
Edith Hofmann
Anneliese Bruckner hat in ihrem Puppenmuseum ein Klassenzimmer aufgebaut, das beim Museumsfrühling bewundert werden kann.

Dass in der laufenden Schallaburg-Ausstellung „Der Hände Werk“ Exponate aus kleineren Sammlungen vertreten sind, hebt deren Bedeutung erheblich. Der Museumsfrühling NÖ tut dies ebenso, wenn auch auf andere Weise (18. & 19. Mai). Die überregionale Veranstaltung ist ein Fingerzeig, dass die Museumslandschaft im Bundesland vielfältig ist. Daran beteiligen sich auch vier Museen – zwei von ihnen sind recht jung – aus dem Bezirk Waidhofen. Sie locken mit freiem Eintritt oder besonderem Programm in ihre Ausstellungen.

„Der Museumsfrühling hat eine große Bedeutung für uns, weil nach den Wintermonaten wieder neues Leben in die Gemäuer kommt“, sagt Melitta Biedermann, Kulturstadträtin in Waidhofen. Das Stadtmuseum ist Teil der Aktion. „Sehr viele kommen von außerhalb“, berichtet Anneliese Bruckner, Betreiberin des Puppenmuseums in Raabs.

„Wichtig ist, dass etwas geschieht“, findet Roland Hauke, der E-Gitarren baut. Keine sieht wie die andere aus und viele können im 2018 eröffneten Museum „Schau. Räume“ in Thaya begutachtet werden. Hauke weist darauf hin, dass Niederösterreich eine reiche Museumsvielfalt vorzuweisen hat. „Und man merkt: Sie wollen etwas tun“, erinnert er sich an eines der ersten Zusammentreffen mit anderen Museumsbetreibern bei der Planung des Museumsfrühlings. Sie leisten Wichtiges.

"Mit dem Museum wird unsere Geschichte weitergetragen"

„Wenn man seine Herkunft nicht kennt, dann weiß man nicht, wie das Land, die Region und die Stadt funktionieren“, erklärt Leopold Gudenus, seit einem Jahr Obmann im Museumsverein Waidhofen. Das sieht Biedermann ganz ähnlich: „Mit dem Museum wird unsere Geschichte weitergetragen.“ Dass das funktioniert, sei vielen ehrenamtlichen Händen zu verdanken. Bruckner gehört zu jenen, die mit Herzblut Wertvolles bewahrt.

Sie sammelt, seit sie 15 ist, Puppen. 4.000 sind’s inzwischen und keiner habe eine so große Sammlung in einer Spannweite von der Biedermeier-Zeit bis in die 1970er-Jahre hinein. „Ich hätte das Museum nicht aufgemacht, wenn der damalige Vizebürgermeister Leo Witzmann nicht gesagt hätte: Das ist eine Bereicherung für die Umgebung“, hat sie großen Rückhalt seitens der Stadt gespürt. Das 2018 eröffnete Museum befindet sich auf dem Dachboden ihres Elternhauses (Familie Mänling). 2019 wird sie erstmals ein Klassenzimmer zeigen.

Was Gudenus auffällt: „Die Leute sind nicht abgeneigt, ein Museum aufzusuchen, aber sie nehmen sich nicht mehr die Zeit dafür, und wenn’s nur fünf Minuten sind. Sie sind ziemlich unter Zeitdruck“, denkt er an berufliche und familiäre Pflichten. „Aber wir werden nicht nachlassen“, lächelt er. Das Aufgeben ist auch Bruckner fremd.

Die Puppen für ihr Klassenzimmer hatte sie schnell, aber eines fehlte noch lange. „Wissen Sie, was am schwierigsten zu bekommen war? Das Rohrstaberl!“, lacht sie. Ein zufällig entdeckter Spender hat ihr schließlich eines überlassen – und er hat ihr zugesagt, das Museum bald zu besuchen.