Waidhofner Band: Feenzauber siegt über Borkenkäfer. Band „Tante Hedwig“ thematisiert Borkenkäferplage. Superhelden wie Fee und Dino Man werden zum Retter des Waldes.

Von Gerald Muthsam. Erstellt am 21. November 2020 (05:28)
Alexander Siegl spielt in dem neuen Video Borkenkäfer & Blume, Alexander Ableitinger ist Biene & Dino Man, Wolfgang Palmeshofer der Wächter des Waldes & Hahn und Wolfgang Eisler Wolf & Fee am Einhorn.
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Die Borkenkäferplage, eines der zahlreichen Dramen unserer Zeit, ist nicht nur Thema für Waldbesitzer, sondern jetzt auch Inhalt eines Liedes der neuen Waidhofner Band „Tante Hedwig“.

Wie bereits in der NÖN berichtet waren am Anfang Wolfgang Eisler, seine Gitarre und das Waidhofen Lied. Zusätzlich mit Alexander Siegl, Alexander Ableitinger, Ulrich Pöschl und Wolfgang Palmeshofer hat sich daraus das Waidhofner Künstlerkollektiv „Tante Hedwig“ geformt, das mit Waldviertler Mundart-Poesie, eingängigen Melodien und unterhaltsamen Videos auf Social Media für Aufsehen sorgt.

Tante Hedwig vereint die besten E-Saiten des Landes, meint die Band augenzwinkernd: „Die Coolness von Bilgeri, den Körper von Waterloo und die Haare von DJ Ötzi. Mit ‚mundarteter‘ Kunst erzählen wir Geschichten über das nördliche Waldviertel und beantworten die großen Fragen der Menschheit.“

Verschwundene Waldflächen waren Anlass

Das neue Lied trägt den Namen „Radlboch WoidZa“ und thematisiert die verschwundenen Waldflächen durch den Borkenkäferbefall, das auch den Radlbach-Wald bei Kainraths betrifft. Bandleader Wolfgang Eisler wohnt in Sichtweite des Waldes und wurde durch die Rodungen zu dem Lied inspiriert.

Trotz aller Tragik wurde das Video dazu jedoch wie gewohnt sehr heiter und mit den buntesten Kostümen äußerst selbstironisch gestaltet. Die Band meint dazu: „In finsteren Zeiten braucht es mehr Superhelden, Einhörner und Feenzauber und bei allem gebotenen Ernst eine kräftige Prise Humor, damit wir ‚net narrisch‘ werden.“

In dem Video wird dargestellt, wie der Borkenkäfer den Wald erobert hat und die Tiere des Waldes rufen die Superhelden Dinosaurier und Fee, und diese verwandeln den Käfer in eine Blume. „Am Ende regiert das Prinzip Hoffnung“, meint Eisler. „Wir wollten auch zur trüben und nebeligen Herbststimmung bewusst bunte Kostüme als Kontrast. Bei der Umsetzung des Videos haben wir uns auch etwas an Monty Python oder Projekt X orientiert.“

Das Lied ist schon im Frühjahr entstanden, das Video konnte gerade noch vor dem neuerlichen Lockdown gedreht werden. „Anfangs hieß der Song nur ‚Radlbochwoid‘“, erzählt Wolfgang Eisler. „Erst beim Aufnehmen habe ich bemerkt, dass es ein Dreivierteltakt ist, dann lag das Wortspiel mit ‚Radlboch WoidZa‘ auf der Hand.“

Irritationen bei Passanten. Der Videodreh sorgte auch für einige Irritationen bei Passanten, denn es waren unerwartet viele Spaziergänger und Radfahrer an diesem feucht-nebeligen Sonntagvormittag unterwegs. „Wir haben hoffentlich niemanden nachhaltig verstört“, schmunzelt Eisler.

Die letzten Wochen waren etwas stressig für die Band, denn das erste Album wurde finalisiert. Dieses erscheint mit elf Nummern am 4. Dezember inklusive einem Weihnachtssong.