Einbruch im Kulturleben im Bezirk Waidhofen/Thaya. Verschärfte Regeln ließen Kulturveranstaltungen ausfallen. Verunsicherte Besucher stornieren Karten.

Von Sebastian Dangl und Michael Schwab. Erstellt am 30. September 2020 (05:11)
Keinen „Tanz der Vampire“ gab es in der Vorwoche im Stadtsaal: Die „Nacht der Musicals“ musste kurzfristig wegen verschärfter Auflagen abgesagt werden.
NOEN

Für Veranstalter herrschen derzeit schwierige Zeiten – vor allem in „orange“ gefärbten Bezirken, denn dort gelten nun verschärfte Regeln (siehe Bericht Seite 2). Entwickelt sich die epidemiologische Lage in einem Bezirk ungünstig, dann kann auch kurzfristig eine Absage nötig sein.

Musicalnacht: Hälfte der Besucher hätte man wegschicken müssen

So geschehen bei der „Nacht der Musicals“, die am vergangenen Donnerstagabend in der Sporthalle hätte stattfinden sollen. Am Mittwochvormittag erhielt der Veranstalter, die Konzertdirektion Schröder GmbH den Bescheid von der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen, dass die Veranstaltung nicht wie ursprünglich beantragt mit 500 Besuchern, sondern aufgrund der epidemiologischen Lage im Bezirk nur mit 250 Besuchern stattfinden könne.

„Wir hatten als verantwortungsvolle Veranstalter keine andere Wahl, als die Veranstaltung schweren Herzens abzusagen“, sagt Geschäftsführerin Andrea Müller-Schröder. Die Hälfte der Zuschauer wegzuschicken, sei keine Option gewesen. „Das würde einen Tumult beim Eingang geben, weil der 251. Besucher nicht versteht, warum er nicht in den Saal darf, obwohl er genauso wie der Zuschauer vor ihm in der Schlange ein Ticket bezahlt hat“, stellt Müller-Schröder klar.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: 2021 soll es voraussichtlich im Sommer einen Ersatztermin geben. Die Karten sollen gegen einen Veranstaltungsgutschein zurückgegeben werden können, den man dann für den neuen Termin verwenden kann.

Keine Veränderungen für das „Theater an der Mauer“

Für das Theater an der Mauer bringt der Farbwechsel auf den ersten Blick keine Veränderungen mit sich. „Wir haben nur ein Fassungsvermögen von 50 Personen. Unter Einhaltung der Abstandsregelungen gehen sich zudem nicht mehr als um die 30 Personen aus“, erklärt TAM-Prinzipal Ewald Polacek.

Herbstsaison soll wie geplant durchgezogen werden

Damit ist das Theater weit unter dem Limit an Besuchern, weshalb sich am Theaterbetrieb erst mal nichts ändert. Erst vor kurzem öffnete das TAM überhaupt erst wieder die Pforten für die Herbstsaison, die laut Polacek wie geplant durchgezogen werden soll. „Wir hoffen natürlich, dass alles planmäßig stattfinden kann, aber man kann nie wissen, was noch bevorsteht. Es kann immer passieren, dass die Maßnahmen restriktiver werden“, befürchtet Polacek. Direkt ist das TAM von Orange nicht betroffen, doch der Theaterchef bangt um den „Besucherstrom“, der in der aktuellen Zeit sowieso schon sehr reduziert sei.

Erste Stornos wegen „Orange“

„Die Vorsicht wird wieder größer und wir bekommen schon aufgrund von Orange Stornierungen herein.“

Keine Laientheater

Wohl finster wird es auf den Laientheaterbühnen in diesem Herbst und Winter bleiben. Wie die NÖN bereits vor einigen Wochen berichtete, haben die Theatervereine ihre Pläne für den heurigen Herbst allesamt begraben. Man wolle erst wieder spielen, wenn dies „normal“ ohne Auflagen und Absage-Risiko möglich sei.

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