Eunike Grahofer wird Waidhofens erste Bürgermeisterin. Die ÖVP Waidhofen/Thaya hat sich entschieden: Die Heilkräuterpädagogin Eunike Grahofer soll die Nachfolge des in der Vorwoche aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Bürgermeisters Robert Altschach antreten. Dies wurde in einer Pressekonferenz am Montagvormittag verkündet.

Von Michael Schwab. Erstellt am 18. Januar 2021 (10:55)
Eunike Grahofer (3.v.l.) soll neuer Bürgermeisterin in Waidhofen werden und damit den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Bürgermeister Robert Altschach (2.v.l.) ablösen. Am Bild mit Markus Loydolt (links), der ihre Nachfolge im Stadtrat antreten wird, und dem neu anzugelobenden ÖVP-Gemeinderat Hannes Stumvoll (rechts).
Michael Schwab

In den Tagen davor brodelte es wild in der Gerüchteküche: Alles begann mit Hinweisen, dass Altschach nach seiner Krebserkrankung wohl doch nicht mehr ins Amt zurückkehren wird. Ursprünglich wäre diese Rückkehr bereits im Herbst 2020 geplant gewesen, Altschach verschob den Termin jedoch nach hinten auf Anfang 2021. 

Ersten Spekulationen zu Folge waren die drei Stadträte Eduard Hieß, Eunike Grahofer und Marlene Lauter als potenzielle Nachfolger im Gespräch. Theoretisch wäre auch der Stadtrat und ehemalige Vizebürgermeister Thomas Lebersorger eine Option gewesen, er hatte jedoch in der Vergangenheit aus beruflichen Gründen stets eine Übernahme des Bürgermeistersessels ausgeschlossen.

Nachdem zunächst Marlene Lauter laut ÖVP-Quellen als Favoritin gehandelt wurde - diese jedoch dann ablehnte - stand plötzlich Eunike Grahofer im Rampenlicht. In einer Fraktionssitzung am Sonntagabend wurde schließlich die Entscheidung fixiert: Eunike Grahofer soll sich der Wahl zu Bürgermeisterin stellen, was wahrscheinlich nur mehr eine Formsache sein dürfte. 

Grahofer war erst zur Gemeinderatswahl 2020 ins Team der ÖVP Waidhofen gekommen, und wurde nach der Wahl Stadträtin für Gesundheit, Soziales, Essen auf Rädern, Schulen, Kindergärten und Erwachsenenbildung. Ihre Agenden soll nun Markus Loydolt übernehmen, und als Ersatz für Loydolt soll Hannes Stumvoll in den Gemeinderat einziehen.

Die Entscheidung musste rasch fallen. „Ich habe mir eine Woche Bedenkzeit erbeten. Ausschlaggebend war, dass das ganze Team hinter mir steht, dann schaffe ich das“, spricht Grahofer über den Entscheidungsprozess.
Das Umfeld passe, und es gäbe viele Projekte umzusetzen. Unter anderem möchte Grahofer als Bürgermeisterin das Siedlungsprojekt Heimatsleitn forcieren: „Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Leute, die aus Waidhofen weggezogen sind, weil sie hier nicht bauen können.“ Auch die Kanalbauprojekte in Matzles und Ulrichschlag haben für Grahofer oberste Priorität, ebenso die Unterbringung der Kleinkindbetreuung, Mutterberatung und Babytreffen unter einem Dach – entweder in einem zu adaptierenden Bestandgebäude oder auch in Form eines Neubaus.


Für die Heimatsleitn, die derzeit als Naherholungsgebiet der Waidhofner dient, will Grahofer Ersatzflächen suchen – eine Option könnte der ehemalige Golfplatz sein.


„Wenn ich etwas will, finde ich einen Weg, geht nicht, gibt es bei mir nicht. Das war schon immer mein Motto als Unternehmerin, und ich freue mich auf die neue Herausforderung“, betont die gebürtige Waidhofnerin. „Mir liegt Waidhofen sehr am Herzen. Mein Schwerpunkt als Stadträtin liegt bei den Themen Gesundheit, Soziales, Schulen und Kindergärten – hier konnte ich innerhalb weniger Monate seit der Gemeinderatswahl bereits erste Akzente bei der Kleinkinderbetreuung oder dem Kindergartenbus setzen. Mit dem gleichen Elan möchte ich mich künftig als Bürgermeisterin für unsere Heimatstadt einsetzen“.

Neben ihrer politischen Tätigkeit setzt sich die selbstständige Unternehmerin als Kräuterpädagogin und Sachbuch-Autorin für den Erhalt des volkskundlichen Pflanzenwissens im Waldviertel ein. Sie wird ihre Arbeitzeit im Geschäft reduzieren, ihre Vorträge will sie aber weiterhin halten: „Mir war es wichtig, meine selbstständige berufliche Tätigkeit aufrecht erhalten zu können. Das musste ich im Vorfeld abklären."

Die Wahl zur Bürgermeisterin soll am 28. Jänner stattfinden.