Heli Dungler: Ein Herz für Tier & Heimat. Heli Dungler starb überraschend: Der „Vier Pfoten“-Gründer war „der berühmteste lebende Waidhofner“.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 08. Januar 2020 (14:11)
Heli Dungler: Visionär mit Waldviertler Bodenständigkeit. Er hatte ein Riesenherz für Tiere, auch in seiner zweiten Heimat „Lions Rock“, Südafrika (2016).
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„Er ist eigentlich der berühmteste lebende Waidhofner gewesen“, sagt Wegbegleiter Herbert Höpfl, aber seit Sonntag ist Helmut „Heli“ Dungler nicht mehr. Der Herzblut-Tierschützer und „Vier Pfoten“-Gründer starb in seinem Großkatzen-Refugium „Lions Rock“ in Südafrika an einem Herzinfarkt. Afrikas Südspitze galt als seine Heimat, genau wie Wien und Waidhofen.

Dungler wuchs in der Bezirksstadt auf, engagierte sich in der Katholischen Jungschar und spielte beim in den 1970er Jahren gegründeten Jugendblasorchester das Waldhorn. Den Zivildienst absolvierte er mit seinem gleichaltrigen Kompagnon Höpfl, bevor er in Wien Veterinärmedizin studierte. „Wir hatten dann noch einige Jahre danach Freiwilligendienst miteinander“, erzählt Höpfl. Ein Herz für Tiere hatte Dungler von Kindesbeinen an.

„Er hat bei den Rotkreuz-Fahrten immer gehupt, wenn Vögel auf der Straße waren“, erinnert er sich. In dieser Zeit habe er sich um ein paar Igel gekümmert – und Höpfl hat mit seinen Kollegen auf Helis alten VW-Bus ein Logo raufgemalt: „Igelrettung“ stand darauf. „Er hat sich schon immer um Tiere, die krank oder verletzt waren, gekümmert.“

Greenpeace als gute Basis für „Vier Pfoten“

Die Veterinärmedizin war dann „nicht seine Sache, zu steril, zu technokratisch“, so Höpfl. Eine Familienangehörige erzählt, dass er das Leid der Tiere in der Pharmaindustrie und der Massentierhaltung nicht ertragen konnte: Dungler brach das Studium ab. Sein Engagement bei Greenpeace ab 1984 lehrte ihn, wie eine Non-Profit-Organisation funktioniert, und erweiterte sein Netzwerk. Das nutzte er zur Gründung von „Vier Pfoten“ 1988. Sein Netzwerk weitete sich weltweit aus und kannte auf internationaler Ebene Ministerpräsidenten.

„Was ihn ausgezeichnet hat: Er war nicht radikal, sondern hat immer die Kommunikation gesucht und hat sich seinen Humor bewahrt“, erzählt ein Familienmitglied. Es bezeichnet ihn als Visionär, der brannte, und dafür viel unterwegs war. „Die Waldviertler Bodenständigkeit hat er aber nicht verloren.“ Das Zusammensitzen sei ihm immer wichtig gewesen.

Einen Zweitwohnsitz neben Wien baute er sich in Hollenbach, im Haus seines Großvaters, auf. Bis zuletzt blieb er Waidhofen verbunden: Dungler, der den Folkclub beim Plakatieren und Organisieren mitaufgebaut hatte, ließ sich die jährliche Mitarbeit beim Musikfest nicht nehmen.

Sein Tod löste tiefe Betroffenheit aus, so auch bei Bundespräsident Alexander van der Bellen. „Ich habe ihn als inspirierenden Menschen kennen und schätzen gelernt“, twittert er. „Mit seiner Ernsthaftigkeit, Beharrlichkeit und seinem Humor hat er Großes für den Tierschutz erreicht.“

„Er war da, wenn man ihn brauchte“

„Er war ein langjähriger, humorvoller, guter Freund, der, wenn man ihn brauchte, da war“, ergänzt Höpfl. „Er hatte Menschenkenntnis, viel Energie und Organisationstalent.“

Heli Dungler hinterlässt eine Frau, eine Tochter und viele Gesinnungsgenossen. Wann und wo sein Begräbnis stattfinden wird, ist noch nicht bekannt; zuerst soll der Leichnam nach Erledigung der Formalitäten von Südafrika nach Österreich überführt werden.