Haus „ZIKK 2.0“ kann umziehen. „Plugin-Haus“ von Stefan Schrenk steht auf Stelzen und ist daher nicht an einen fixen Ort gebunden.

Von Michael Schwab. Erstellt am 14. Mai 2019 (13:42)
Michael Schwab
Bei der Präsentation des „ZIKK 2.0“-Hauses: Appel-Geschäftsführer Helmut Hörmann, ZIKK-Gründer und Schrenk-Geschäftsführer Stefan Schrenk, Architekt Kilian Mattitsch und Steuerberater Werner Groiß.

Ein modernes Haus, das kein Fundament braucht und bei einem Umzug mitgenommen werden kann: Was wie eine Utopie klingt, wurde durch die Zusammenarbeit der Firma Schrenk mit der Lukas Lang Building Technologies GmbH nun Realität.

„ZIKK 2.0“ heißt das „Plugin Haus“, das am Freitag beim Kreisverkehr in Vitis präsentiert wurde. Wie „Zimmer-Küche-Kabinett“ die Antwort auf die großstädtische Wohnsituation des 19. Jahrhunderts war, ist „ZIKK 2.0“ die Formale für das Wohnen in einem neuen Lebensstil des 21. Jahrhunderts.

„Ich habe durch meine Firma viel mit dem Thema Hausbauen zu tun, und weiß, dass viele Menschen großen Wert auf ein Haus an einem fixen Ort haben. Es gibt aber auch Menschen, die sehr flexibel, nachhaltig und ökologische wohnen wollen, aber nicht in einer Wohnung leben möchten. ZIKK 2.0 ist die Antwort darauf“, betonte ZIKK-Gründer Stefan Schrenk bei der Vorstellung des Hauses. Das Besondere ist die Konstruktion, die auf einem Tragwerksystem von Lukas Lang basiert und Häuser ermöglicht, die flexibel gebaut und auch wieder auseinandergebaut werden können.

"Es gibt viele Möglichkeiten, das Konzept weiterzudenken"

Das ZIKK-Haus steht auf Stelzen und ist daher nicht fix und für immer mit dem Grund verbunden, auf dem es steht. „Dadurch gibt es viele Möglichkeiten, das Konzept weiterzudenken. Solche Häuser können auch auf Pachtgrund stehen, was vielfältige Nutzungsmöglichkeiten auch zur Vermietung und im Tourismus mit sich bringt“, hob Schrenk hervor.

Ein wesentliches Merkmal des ZIKK-Hauses, das in vier Konfigurationen vom Single-Haus mit 47 m2 , über das Basismodell mit 77 m2 bis zum Familienhaus mit 101 m2 sowie einer Apartment-Variante mit zwei Mal 25 m2 angeboten wird, ist auch die extrem kurze Errichtungszeit von nur fünf bis acht Tagen. Möglich wird dies durch vorgefertigte Elemente und eine Technikbox, welche von der Firma Appel entwickelt wurde und die gesamte Haustechnik bündelt. Geheizt wird mit Infrarot-Paneelen, eine Wärmepumpen-Version ist in Planung.

„Die Installateure und Elektriker leisten ihre Arbeit im Vorfeld. Auf die Baustelle wird dann die fertige Box geliefert“, erklärte Appel-Geschäftsführer Helmut Hörmann. Die Arbeit werde von der Baustelle ins Werk verlagert. „Beim ersten Lukas Lang Haus waren unsere Handwerker zuerst wie vor den Kopf gestoßen. Nach einem oder zwei solcher Häuser haben wir mit einem Teil der Belegschaft, die dafür offen war, mit der Entwicklung der Box begonnen“, erzählte Hörmann über seine ersten Begegnungen mit dem „Haus 2.0“.

„Wollen Nachhaltigkeit in Baubranche bringen“

Er selbst sieht das ZIKK-Haus als eine gute Möglichkeit für junge Leute, welche die Finanzierung auf die Beine stellen können (Einstiegspreis 189.000 Euro), aber noch nicht sicher sind, wo sie einmal leben werden. „Man hat dann nicht gemietet, sondern kann sein Hause wiederverwehrten, ohne etwas zu vergeuden“, ist Hörmann vom Konzept überzeugt.

Architekt Kilian Mattitsch, der seit zehn Jahren für Lukas Lang tätig ist, hatte die Vision, Bauteile zu produzieren, die unabhängig vom Objekt stehen. Deshalb entwickelte die Firma standardisierte Bauteile, hauptsächlich aus Holz, die individuell kombiniert und industriell produziert werden können.

„Das Ziel unseres Firmengründers ist, Nachhaltigkeit in die Baubranche zu bringen. Heute wird mit großem Aufwand ein Haus gebaut, dass irgendwann abgerissen werden muss, wenn es nicht mehr passt. Deshalb müssen die Bauteile unabhängig vom Objekt abbaubar und wiederverwertbar sein“, stellte Mattitsch klar. Seine zweite Vision, dass die Bauteile so einfach sein sollen, dass man sie im Baumarkt zum Selbstbau kaufen kann, sei noch nicht ganz so weit. Was aber schon möglich ist: Firmen können die Bauteile kaufen und daraus Häuser bauen.