Neues Land entdecken. Terra incognita / Vom Hüttenwenz und vom Teufelsstein wurde in einem Projekt der Gruppe "Literatur an anderen Orten" im Rahmen des Viertelfestivals berichtet.

Von Michael Schwab. Erstellt am 09. Juli 2014 (09:21)

DOBERSBERG / Als künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur bezeichnete die aus Hartmut Schnedl, Florian Illichmann-Rajchl und Daniela Lipka bestehende Gruppe „Literatur an anderen Orten“ ihr Projekt „Terra incognita“, welches sie am 2. Juli im Kulturkeller vorstellten.

Dabei handelt sich um eine Art „Forschungsreise“ in die Landschaft rund um von Dobersberg, bei der sich die Gruppe der Landschaft auf künstlerische Art und Weise literarisch und fotografisch zu nähern versuchte.

Hartmut Schnedl begann mit einem Vortrag über den Teufelsstein und den Schlangenhügel, den er ganz im Stil populärwissenschaftlicher Reiseerzählungen mit Fotos und Geräuschaufnahmen ausgeschmückt hatte. Als besonderes Highlight gab es zum Schluss ausgewählte Landschaftsbilder sogar in 3D zu sehen.

Eine ungewöhnliche Perspektive hatte Florian Illichmann-Rajchl mit seinem „schwebenden Blick“ geschaffen. Er hatte sich die Frage gestellt, wie es wäre, eine Landschaft völlig unvoreingenommen zu betrachten - ein Vorhaben, welches durch Sozialisation und Bildung kaum zu bewerkstelligen ist. Daher entschloss er sich, zur voreingenommenen Sichtweise eine neue Sicht hinzuzufügen, den „schwebenden Blick“. Realisiert wurde diese Perspektive mit Hilfe einer Panorama-Kamera mit einem Bildfeld von 160 Grad, die Illichmann-Rajchl von einem erhöhten Standort in einem Winkel von 90 Grad zum Boden ausrichtete.

Auf der Strecke vom Teufelsstein bis zur Kapelle in Radschin entstanden 19 Fotos, die Illichmann-Rajchl dem Publikum präsentierte und erläuterte.

Auf Gerüche und Geräusche hatte sich Daniela Lipka in Illmau und Umgebung konzentriert. Dabei untersuchte sie, was mit einem Mohnzelten unter freiem Himmel geschieht. „Kein Tier frisst es, der Mohnzelten ist nicht recyclingfähig“, stellte Lipka fest, was von den Gästen lächelnd zu Kenntnis genommen wurde.

Auch Schauergeschichten von den Hüttenwenz-Teichen und Straßenklänge aus Illmau präsentierte Lipka in ihrem kurzweiligen Vortrag.

Neben Fotos und Texten entstand auch eine Landkarte der untersuchten Region mit neuen Bezeichnungen, etwa „Flüsterpolster-Wald, Mohnzelten-Platz oder „Quitsch-Quatsch-Teich“.