W.E.B präsentiert ambitionierte Ausbaupläne. Kaum hat die W.E.B Windenergie im vergangenen Jahr die 500-Megawatt-Marke an installierter Kraftwerksleistung überschritten, will der Windenergie-Pionier in den kommenden drei Jahren einen weiteren Wachstumsschritt setzen.

Von Michael Schwab. Erstellt am 18. Januar 2020 (21:04)
W.E.B Technikvorstand Frank Dumeier und Finanzvorstand Michael Trcka sind stolz, 2019 die 500-MW-Grenze an installierter Kraftwerksleitung überschritten zu haben.
Michael Schwab

Bis 2022 soll nämlich die Kraftwerksleistung um 250 Megawatt – ein Plus von 50 Prozent gegenüber heute – wachsen. Diese Pläne wurden beim Neujahrsempfang der W.E.B am Freitagabend präsentiert. Kosten soll der Ausbau laut Finanzvorstand Michael Trcka rund 250 Millionen Euro. Bei einer angestrebten Eigenkapitalquote bei der Finanzierung von 20 Prozent seien demnach 50 Millionen Euro von der W.E.B selbst aufzubringen – wofür eine Kapitalerhöhung durch das Ausschütten neuer Aktien nötig sei.

Zwischen 24 und 29 Millionen Euro sollen auf diese Weise lukriert werden, der Rest durch Investition erzielter Gewinne. Bei den anwesenden Aktionären sorgte diese Ankündigung durchaus für Diskussionsbedarf. Es gab Bedenken, ob die angepeilten 250 MW nicht eine zu hohe Latte seien.

„Es ist eine große Zahl, aber dahinter stehen Kraftwerke mit 5 MW-Plattformen. Um das Ziel damit zu erreichen, müssen wir drei Jahre lang jährlich 16 Anlagen errichten“, stellte Vorstandsvorsitzender Frank Dumeier dieses Ziel als erreichbar dar. Parallel zu Neuerrichtungen werde man auch daran arbeiten, den Anteil an Photovoltaik an der Gesamtstromproduktion der W.E.B zu erhöhen. Das Ziel seien 80% Wind und 20% Solar.

Batteriespeicher für Windparks geplant

Auch um die Speicherung des aus Wind und Sonne erzeugten Stroms macht man sich in Pfaffenschlag Gedanken. „Eine unserer Überlegungen ist ein 20-Fuß-Container mit einer Batteriekapazität von fünf Megawattstunden. Solche Container können bei Wind- und Solarparks platziert werden“, erklärte Dumeier. Eine Zukunftshoffnung seien organische Batterien, bis diese aber marktreif seien, werde man weiter auf Akkus auf Lithiumbasis setzen müssen, wobei hier der Preis pro Kilowattstunde Kapazität auf 100 Euro fallen müsse, um dieses Vorhaben wirtschaftlich gegenüber einem Netzausbau zu machen. Derzeit lägen die Kosten aber noch eher bei 500 Euro, sagte Dumeier.

Die W.E.B plant auch, bestehende Windparks mit Photovoltaik zu ergänzen. „Bei einem 1:1 Verhältnis von Wind und Solar an einem Einspeisepunkt hat man nur mehr wenig Abschaltzeiten“, erläuterte Dumeier, weil sich die beiden Technologie ergänzen.

Ein Wermutstropfen nach dem Rekord- und Jubiläumsjahr 2019 (die W.E.B feierte ihr 25-jähriges Bestehen) war das Aus für den geplanten Windpark bei Amaliendorf. Das Landesverwaltungsgericht bestätigte zu Jahresanfang den negativen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Gmünd aufgrund des Schutzes für den Seeadler – das Areal gilt als eines der Top-3 Gebiete Österreichs für den gefährdeten Vogel. „Wir verlieren durch den Klimawandel unseren Wald, und anstatt erneuerbare Energien auszubauen, schaufeln wir an unserem eigenen Klimagrab“, gab Dumeier angesichts der in Österreich häufigen Verzögerungen und Blockaden von Windkraftanlagen zu bedenken.