Henkel Waidhofen: Mit neuer Halle um 2 Mio. zukunftsfit. Firma Henkel investiert zwei Millionen Euro in einen Hallen-Neubau in Waidhofen an der Thaya. Der Ausblick auf 2021 ist optimistisch.

Von Michael Schwab. Erstellt am 07. Oktober 2020 (05:51)

Dringend sanierungsbedürftig war die Werkshalle der Firma Henkel in Waidhofen: Daher errichtet das Beiz- und Elektropoliertechnik-Unternehmen derzeit eine neue Halle um rund zwei Millionen Euro – und das im laufenden Betrieb.

„Die alte Halle stammt noch aus den 1970ern, das Dach musste umgehend saniert werden, und auch sonst entsprach die Halle einfach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, statt einer Sanierung lieber einen Neubau in Angriff zu nehmen“, sagt Geschäftsführer August Böhm. Die Herausforderung war, trotz der Baustelle den Betrieb zumindest weitgehend aufrecht erhalten zu können.

Abtragen und Neubau schrittweise Hand in Hand

Die Lösung dafür war ein schrittweises Abtragen der alten Halle mit einem ebenso schrittweise nachfolgenden Neubau.

Die Maschinen würden dabei quasi mit der Baustelle mitwandern. Anfang September begannen die Abbrucharbeiten. Das Hallendach samt Seitenwandelementen wurde mit einem großen Autokran Stück für Stück in mehreren Blöcken abgetragen und vor Ort zwecks Entsorgung zerteilt.

Arbeit vorübergehend auch am Wochenende

Sobald ein Abschnitt der alten Halle entfernt war, startete sofort die Errichtung der Trägerstruktur der neuen Halle an dieser Stelle, gefolgt vom Anbringen der Wandelemente und des Daches. Da während des Baustellenbetriebs unter der Woche gewisse Einschränkungen des Betriebes notwendig waren, änderte die Firma Henkel vorübergehend ihre Schichteinteilung, sodass während der Bauphase auch am Wochenende gearbeitet werden konnte.

Bei der Konzeption der neuen Halle wurde auch auf die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit Wert gelegt. Am Dach wird eine 240 kWp-Photovoltaikanlage installiert werden, die Heizung wird teilweise auf Wärmepumpe umgestellt. „Wir brauchen für unsere Prozesse viel Strom, da macht es Sinn, einen Teil davon mittels Photovoltaik zu erzeugen“, hebt Böhm hervor.

Durch die Abwärme der Prozesse ist der Wärmebedarf der Halle gering. Dass zusätzlich die Beleuchtung auf LED umgestellt wird, versteht sich da fast von selbst. Einen Ausblick auf das neue, moderne Arbeitsumfeld kann man in den neuen Hallenteilen bereits erahnen. Die triste 1970er-Optik ist jedenfalls Geschichte.

Abschluss der Arbeiten an Außenhülle bis Ende Oktober

Die Arbeiten schreiten rasch voran. „Bis vorige Woche lagen wir sogar vor dem Zeitplan, das Regenwetter hat uns aber ein wenig ins Hintertreffen gebracht“, erzählt Böhm beim Baustellenrundgang.

Anfang dieser Woche wurde die Dachgleiche erreicht, bis Ende Oktober sollen die Arbeiten an der Außenhülle abgeschlossen sein. „Damit wird die neue Halle weitgehend benützbar sein“, erläutert Böhm.

Dann wird auch wieder der Normalbetrieb in der Firma einkehren, von dem man derzeit doch ein Stück entfernt ist: „Wir jonglieren ständig im Haus die Bereiche, die schon fertig sind, während wir andere vorübergehend stilllegen“.

Ausblick auf 2021 positiv, zusätzliche Jobs denkbar

An Arbeit mangelt es nicht – trotz oder gerade wegen Corona. Denn eine Kernbranche, für die Henkel Elektropolier-Arbeiten durchführt, ist die Pharmaindustrie bzw. Medizintechnik. Der Ausblick auf 2021 sei optimistisch, betont Böhm.

Aus diesem Grund denkt man bei Henkel auch über die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze nach. Derzeit beschäftigt die Firma Henkel am Standort Waidhofen 60 der insgesamt 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe in Deutschland, Ungarn und Österreich.

Die Voraussetzungen für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen sind mit der neuen Halle jedenfalls gegeben: „Wir können uns jetzt als noch modernerer und attraktiverer Arbeitgeber im nördlichen Waldviertel positionieren. Mit dieser Investition bekennt sich die Eigentümerfamilie Henkel auch künftighin zum Standort Waidhofen“, betont Böhm.